Mentoren-Projekt: Oberstufenschülerinnen kümmern sich um Grundschüler

Mentoren-Projekt : Oberstufenschülerinnen kümmern sich um Grundschüler

„Balu und Du“ ist der Name eines Projektes, das das Füreinanderdasein fördern möchte. Der Projektname ist den Dschungelbuch-Erzählungen von Rudyard Kipling entnommen. Balu, der große Bär, kümmert sich in den später auch verfilmten Erzählungen darum, dass der kleine Mogli im Dschungel nicht unter die Räder gerät.

So ähnlich könnte es auch funktionieren im richtigen Leben in Übach-Palenberg. Acht Balus haben sich bereit erklärt, sich einmal wöchentlich eine Stunde um ihren Mogli zu kümmern. Die Balus sind junge Damen im Alter von 16 Jahren, die am Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) zur Schule gehen. Die acht Moglis sind Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren, die Grundschulen im Stadtgebiet besuchen.

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Einzigartig im Kreis Heinsberg

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Annette Sielschott, Pädagogin beim Regionalen Bildungsnetzwerk des Kreises Heinsberg, hatte das bundesweit laufende Projekt „Balu und Du“ entdeckt und in den Kreis Heinsberg geholt. Wie Paul Palmen, Regionalkoordinator des Bildungsnetzwerkes bei der Bezirksregierung Köln beim Sektempfang zum offiziellen Projektstart im CMG anmerkte, sei „Balu und Du“ bislang einzigartig im Kreis Heinsberg.

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Silja Petersen koordiniert das Projekt vor Ort. Petersen: „Ich bin absolut überzeugt von der Sinnhaftigkeit dieses Projektes.“ Silja Petersen bleibt auch über ein Online-Tagebuch, das ihre Schülerinnen zum Fortgang der Begegnungen zwischen Balu und Mogli verfassen, auf dem Laufenden. Sollte es kritische Momente geben, stehe den Balus auf dem kurzen Dienstweg jedwede Hilfe zur Verfügung, kündigte Annette Sielschott an.

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„Balu und Du“ passe hervorragend ins Schulprofil stellte Christoph Schlagenhof, Koordinator für demokratische Schulentwicklung am CMG, fest. Er dankte dem Kooperationspartner, der Kreissparkasse Heinsberg, vertreten durch Marie-Theres Jakobs-Bolten, für die Unterstützung des Projektes. Schulleiter Dr. Hans Münstermann bezeichnete das Engagement, das seine Schülerinnen und Lehrer an den Tag legen, als ein Geschenk für die Schulleitung.

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Als zum Projektstart die Sektkorken knallten, hatten die Balus Hannah Eobaldt, Miray Akyüz, Bianca Schermuly, Tamara Mingers, Meret Cormann, Celina Mallmes, Lara Abder Raman und Kristin Langemeyer ihre Feuertaufe bereits hinter sich. Nach einem ersten Kennenlerntreffen hatten einige der Gymnasiastinnen auch schon erste Kontakte zu ihren Moglis aufgenommen. Durchweg positiv seien diese verlaufen, berichteten sie.

Geheimnisse und Pläne

Zuerst etwas schüchtern, seien die Kinder dann aber gesprächig geworden und hätten auch von ihren Wünschen berichtet. Schwimmenlernen stand zum Beispiel auf der Wunschliste. Erste Geheimnisse verrieten die Moglis ihren neuen Freunden auch. Pläne für weitere Treffen wurden geschmiedet.

Alle Balus äußerten den Wunsch, ihren Moglis das Gefühl zu geben, dass sie für sie da sind und da sein werden.

Die Auswahl der Grundschulkinder war nach einem einfachen Verfahren erfolgt. Lehrer konnten Schüler nennen, von denen sie glaubten, dass diese etwas Unterstützung gut vertragen könnten. Für die gemeinsamen Aktionen steht den Moglis und Balus ein kleines Taschengeld zur Verfügung.

Annette Sielschott: „Als Pädagogin im Regionalen Bildungsbüro sind mir die Projekte am liebsten, die möglichst eine unmittelbare positive Wirkung erzielen und nachhaltig angelegt sind.“ Das Mentorenprogramm „Balu und Du“ liege ihr ganz besonders am Herzen. Denn bei diesem Projekt gebe es nur Gewinner. An erster Stelle seien es natürlich die Moglis, die durch eine verlässliche Freundschaft neue und meist schönere Perspektiven des Alltags aufgezeigt bekämen und ein Jahr lang in ihrer Entwicklung begleitet würden. Aber auch die Balus entwickelten durch ihre Verantwortung als Mentor nachhaltig ihre Persönlichkeit und machten vielfältige Lebenserfahrungen.

Die Balus erhalten für ihr Engagement ein Zertifikat von der Initiative „Balu und Du“, welches ihnen bei der Bewerbung auf einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Studienplatz sicherlich hilfreich sein wird.

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