Übach-Palenberg: Neue Räume zum Werkeln und Wickeln in der Johanniter-Kita

Übach-Palenberg: Neue Räume zum Werkeln und Wickeln in der Johanniter-Kita

Fotos und Bücher von Pippi Langstrumpf gibt es immer noch in der Kindertagesstätte. Und wer von den Schützlingen die Buchstaben noch nicht entziffern kann, dem wird vorgelesen. Gemütlich aus dem Schaukelsessel in einem der Ruheräume.

Dort sind neue Bettchen hinzugekommen: Die Johanniter-Tagesstätte betreut jetzt 22 Kinder unter drei Jahre. Der dazu notwendige Anbau ist fertig und schon in Betrieb. „Damit wurden die geeigneten räumlichen Voraussetzungen geschaffen, damit sich die ganz jungen Kinder in der Einrichtung gut aufgehoben fühlen”, sagt Ralf Rademacher als Regionalvorstand des Trägers, der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Aachen-Heinsberg.

Für den in der ruhigen Johanniterstraße gelegenen Hort, der im Februar 1999 öffnete, und dessen 14 pädagogische Mitarbeiterinnen ist das kein Neuland. Für fünf bis acht Kinder unter drei Lebensjahren gab es seit 2006 bereits eine „kleine altersgemischte Gruppe” nach dem damaligen Kindergartengesetz. Als für August 2008 das aktuelle Kinderbildungsgesetz (Kibiz) avisiert worden war, habe man „zügig reagiert”, so Ralf Rademacher.

Mit dem Schritt des Ausbaus war der Johanniter-Tagesstätte „unter den Ersten im Kreis Heinsberg”, bestätigt Hans-Jürgen Oehlschläger, Leiter des Kreis-Jugendamtes. „Es machte einfach Sinn, unsere Erfahrungen zu nutzen und unseren Hort auszubauen”, freut sich Claudia Dankerl, Leiterin der Tagesstätte. Das hat natürlich auch mit der Nachfrage zu tun, die seitens der Eltern an den Hort herangetragen wurde und wird.

Die nun 22 Plätze in der U3-Betreuung sind belegt; es existiert eine Warteliste. Eltern haben in der Johanniterstraße sogar die Chance, ihre Kinder schon im Alter ab vier Monaten dorthin in die Tagesbetreuung, die „Nestgruppe”, zu geben. Die wird auch genutzt, wenngleich die größte Gruppe der zu Betreuenden älter ist als ein Jahr.

Hans-Jürgen Oehlschläger betont aber, dass mit Wirkung vom 1. August 2013 der Rechtsanspruch der U3-Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr gilt. Bis zu dem Tag soll das Erziehungsgeld die häusliche Betreuung fördern. Die Aufnahme von Kindern ab vier Monaten Lebensalter wäre dann für den Johanniter-Hort eine freiwillige Maßnahme, die der gesetzlichen Auslastung weichen könnte.

Die Kosten regelt die Staffelung der Elternbeiträge mit einem entsprechenden Mehrkostensatz für die U3-Einrichtungen. Das hat auch zu tun mit der vom Gesetz verfügten intensiveren Fürsorge der ganz Kleinen. Das verändert den Personalhaushalt des Horts. Nach dem Personalschlüssel der Johanniter-Tagesstätte in Übach-Palenberg hat sich die Anzahl der Kinder von etwa 90 auf nun 78 reduziert.

„Die Betreuung der unter Dreijährigen ist ein fester Bestandteil der pädagogischen Konzeption der Johanniter-Kindertagesstätte und wird kontinuierlich weiterentwickelt”, verdeutlicht Ralf Rademacher. Das schließt auch die Fortbildung der Erzieherinnen ein. Denn auf der jetzt vergrößerten Nutzfläche, wozu auch die Flure gehören, gibt es eine Menge Abwechslung für die Schützlinge

Im Werkraum kann mit Holz „gearbeitet” werden. Im Kinderatelier wird die Kreativität herausgefordert. Der Bewegungsraum bietet Halbschalen und raffinierte Schrägen zum Ausprobieren. Diese Angebote werden gruppenweise genutzt. Und die Erzieherinnen sind auf das pädagogische Begleiten der Angebote spezialisiert. „Die Mitarbeiterinnen sind aber keine Animateure”, stellt Claudia Dankerl klar. „Wir fördern freie Lernprozesse. Jedes Kind ist Akteur der eigenen Entwicklung.”

Zu erfahren gibt es für die Kinder in der Johanniterstraße vieles auf unterschiedlichen Gebieten. Beispiel Küche: Das Außengelände des Hortes, das jetzt noch einmal ausgebaut wird, umfasst auch einen kleinen Garten. Die Beete liefern Möhren, Kartoffeln, Kräuter und mehr. Das alles findet Verwendung in der - professionell geführten - Zubereitung des Mittagessens. Die Johanniter-Schützlinge begleiten das.

„Wir nutzen diese Chance als Teil unseres pädagogisch-gesundheitlichen Konzepts”, schildert Claudia Dankerl. Frühe Erfahrung für die Kinder, wie man Lebensmittel erntet und verwendet. Nicht nur aus Büchern, sondern richtig zum Anfassen.

Eröffnungsfeier zum Frühlingsfest am 29. Mai

Für den Anbau der auf 22 Plätze erweiterten U3-Betreuung in der Tagesstätte Johanniterstraße wurden im August 2008 Bau- und Zuschussantrag gestellt. Der Übach-Palenberger Architekt Ralf Hansen plante 75 Quadratmeter neue Nutzfläche auf nunmehr 829 m2. Allein Wickel- und Ruheräume beanspruchten etwa 50 m2.

Die Kosten in Höhe von rund 210000 Euro summierten sich zu einem Viertel allein auf die Einrichtung. Die Gesamtfinanzierung haben Bund und Land NRW zu 90 Prozent getragen. Vom freien Träger, den Johannitern, blieben zehn Prozent zu finanzieren.

Durch die Erweiterung sind auch die Betriebskosten gestiegen. An der Gesamtlast beteiligt sich der Kreis Heinsberg mit 57 v.H., die Stadt Übach-Palenberg mit ca. neun Prozent. Der Träger wiederum muss seinen Kostenanteil über die Elternbeiträge finanzieren.

Zur Information und zum Anschauen dient das kommende Frühlingsfest mit „kleiner Eröffnungsfeier” in der Johanniterstraße. Termin ist Samstag, 29. Mai, ab 11 Uhr. Informationen vorab gibt Kita-Leiterin Claudia Dankerl, 02451/941033.