Übach-Palenberg: Neue Kindertagesstätte mit Modellcharakter

Übach-Palenberg : Neue Kindertagesstätte mit Modellcharakter

Restaurant, Atelier, Werk- und Schlafraum. Bei den Begriffen kommt einem im ersten Moment vielleicht eher der Gedanke an ein Rundum- Wohlfühlpaket für Erwachsene. Die Rede ist aber von der sich im Bau befindenden Kindertagesstätte der Awo an der Übach-Palenberger Carlstraße.

„Hier entsteht eine sogenannte offene Kindertagesstätte für 76 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren“, erklärt Ulla Sevenich-Mattar, Fachbereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe der Awo im Kreis Heinsberg, ein pädagogisches Konzept, das sich über die intensive Schulung der Erzieher bis in die Architektur des Gebäudes zieht.

„Mit dem neuen Bau schaffen wir Flexibilität“, sagt Sevenich-Mattar und zeigt im Rohbau auf am Boden liegende Bretter. Diese sind die Vorarbeiten für große gläserne Schiebetüren. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, Räume jederzeit zu vergrößern und zu öffnen.“ Aufgrund von Abklebungen auf den Glastüren sei auch bei geschlossenem Zustand genügend Rückzugsmöglichkeit für die Kinder gegeben. „Wir sprechen häufig von Räumen und nicht mehr von Gruppen“, führt Sevenich-Mattar aus.

Zwar werde es immer noch feste Gruppen geben, aber das Ziel sei es, den Kindern so viel Entdeckungsraum zu geben wie möglich. So müssen im Werkraum angefangene Arbeiten, die die Jüngeren beginnen, nicht weggeräumt werden, sondern können als Projekte über mehrere Wochen vertieft werden.

Ruhige Mahlzeit

So ermögliche auch das Restaurant den Kindern eine ruhige Mahlzeit, für die nicht jedes Mal der Raum komplett umgestaltet werden müsse. Carola Vossen, zukünftige Leiterin der Kindertagesstätte, freut sich besonders auf die Atmosphäre, die in diesem Essensraum entstehen wird.

„Es wird eine Küchenzeile geben, an der wir mit den Kindern das Frühstück gemeinsam mit ihnen auswählen und zubereiten werden.“ Andreas Wagner, Geschäftsführer der Awo, freut sich zudem über die Nähe zum Seniorenheim. „Das bietet uns die Möglichkeit, gegenseitige Besuche zu veranstalten und die ältere mit der jüngeren Generation in Kontakt zu bringen.“

Geplant sei die Fertigstellung für Anfang nächsten Jahres. „So wie es aussieht, können dann in den hinteren Teil bereits die ersten Kinder aus den schon bestehenden ,Vorläufergruppen‘ in Boscheln und Scherpenseel kommen“, sagt Sevenich-Mattar.

Die Kosten für den Neubau tragen zu zwei Dritteln das Land und der Kreis, zu einem Drittel habe sich die Awo selbst beteiligt. „Die neue Kindertagesstätte soll auch Modellcharakter haben und Vorbild für andere sein. Deswegen haben wir uns unter anderem auch für eine Selbstbeteiligung an den Kosten entschieden. Dadurch hatten wir bei der Gestaltung des Gebäudes mehr finanzielle Möglichkeiten“, sagt Wagner.

Unebenheiten genutzt

Auch die erschwerten Baubedingungen — das Gelände ist uneben und länglich geformt — habe die Awo für sich nutzen können. So gestalte eine externe Firma die umliegenden Hügel so, dass die Kinder gefahrenlos darauf spielen und klettern können.

Viel Raum und viele Möglichkeiten: Die neue Kindertagesstätte der Awo in Übach-Palenberg soll die Kleinsten auch durch architektonische Vorteile unterstützen.

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