Geilenkirchen: Nachholbedarf bei der Familienfreundlichkeit im Beruf

Geilenkirchen : Nachholbedarf bei der Familienfreundlichkeit im Beruf

Der Wandel der Zeit — den nehmen auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber wahr. Schon seit Jahren ist es längst nicht mehr so, dass Frauen mit Kindern zu Hause bleiben und dort den Haushalt machen. Immer mehr Mütter üben einen Beruf aus, doch meistens ist die Kombination Kind und Beruf nicht gerade einfach.

Die Arbeitsgemeinschaft sozial demokratischer Frauen, kurz ASF, aus Geilenkirchen beschäftigt sich deshalb seit 2016 mit diesem Thema. Sonja Engelmann von der ASF erklärt: „Kleinigkeiten können es den Frauen vereinfachen, Job und Kind unter einen Hut zu bringen. Doch dafür müssen die Arbeitgeber auch bereit dazu sein. Wir möchten den Arbeitgebern und auch den Arbeitnehmer zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.“

In einer Podiumsdiskussion, organisiert von der ASF, diskutierten kürzlich mehrere Experten und Eltern über die derzeitige Situation. Ein Vater und eine Mutter beschrieben den Wiedereinstieg nach ihrer Elternzeit und welche Schwierigkeiten auf sie zu kamen.

Zertifikat bringt Vorteile

Die Firma CSB-System AG aus Geilenkirchen ist zertifizierter familienfreundlicher Arbeitgeber. Albert Baeumer von CSB verdeutlichte, wie die Zertifizierung abläuft und welche Vorteile sie bringt. Programme, die auf der Landesebene laufen, beschrieb die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann, und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Monika Savelsberg, erklärte, wie die Situation in Geilenkirchen ist.

Die ASF hat in der Vergangenheit festgestellt, dass es bei den Arbeitgebern in Geilenkirchen und Umgebung noch Nachholbedarf in Sachen Familienfreundlichkeit gibt. „Darum möchten wir zeigen, welche sinnvollen Möglichkeiten es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt“, erklärt Sonja Engelmann.

Auch im Gerberhaus gab es deshalb eine Präsentation rund um die Familienfreundlichkeit von Arbeitgebern. Auch das Kompetenzzentrums Frau und Beruf der Region Aachen, Competentia, stellte seine Angebote vor. Über die Competentia-Webseite können sich Unternehmer darüber informieren, was sie für eine bessere Familienfreundlichkeit noch unternehmen können.

Auch der Verein „MATS“, der sich mit dem Thema der Kinderbetreuung in Randzeiten beschäftigt, stellte sich vor. „Es gibt so viele Mütter, die Schichtarbeit machen oder am Wochenende arbeiten müssen. Dort haben die meisten Kitas zu. Da müssen andere Möglichkeiten geboten werden“, sagt Sonja Engelmann. „Es ist noch ein langer Weg für uns. Aber wir machen uns dafür stark, dass die Arbeitgeber die Chance sehen, familienfreundlicher zu werden“, schließt Sonja Engelmann ab.

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