Geilenkirchen: Musikschule Geilenkirchen: Neue Pläne müssen her

Geilenkirchen : Musikschule Geilenkirchen: Neue Pläne müssen her

Mit der zukünftigen Standortfrage der Geilenkirchener Musikschule, die derzeit in einem städtischen Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus untergebracht ist, soll sich nach dem Willen der Grünen der Fachausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur in einer Sondersitzung am 11. September beschäftigen.

Der Antrag ist bei der Verwaltung eingegangen. Eigentlich sollte dieser Ausschuss erst am 20. November wieder tagen. In einer nichtöffentlichen Ratssitzung wurde vor Monaten ein externes Planungsbüro beauftragt, einen Trakt der Realschule so umzuplanen, dass in diesem die Musikschule untergebracht werden könnte.

Hintergrund dieses Beschlusses ist die Tatsache, dass die Stadtverwaltung aus allen Nähten platzt und die Ratsfraktionen keinen eigenen Fraktionsraum haben. Die CDU tagt derzeit im großen Sitzungssaal, die SPD im kleinen Sitzungssaal, die Grünen treffen sich im Besprechungsraum des Bürgermeisters oder wie die Bürgerliste im Euro Service Center im Gewerbegebiet.

Würde die Musikschule umziehen, so die Idee, könnten Ratsfraktionen und Verwaltung das frei werdende Gebäude nutzen. Grundsätzlich haben die Grünen nichts gegen einen Umzug, kritisieren aber die Verfahrensweise. Deshalb haben sie in dieser nichtöffentlichen Sitzung gegen die Auftragsvergabe gestimmt. Bevor man einen Planungsauftrag vergibt, so deren Argumentation, sollen alle Beteiligten zu Wort kommen und die Argumente in einer öffentlichen Sitzung des Fachausschusses diskutiert werden.

„Grundsatzentscheidung ausgehebelt“

„Es ist falsch, zuerst etwas schönzuplanen und damit die Weichen zu stellen. So wird die Grundsatzentscheidung ausgehebelt“, sagt Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden. „Wir müssen zuerst schauen, was für die Realschule und die Musikschule gut ist, und nicht sehen, was für Rat und Verwaltung gut ist“, sagt Benden. Zudem seien Realschulleiter Peter Pauli und Uwe Böken, Vorsitzender der Musikschule, beratende Mitglieder in diesem Ausschuss. Benden erinnert bei der Gelegenheit an die Aussage von Peter Pauli in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses, dass er der Offenen Ganztagsschule gerne mehr Raum zur Verfügung gestellt hätte, wenn der Umzug der Musikschule nicht geplant sei und diese künftig Räume nutzen werde.

„Wir haben auch kritische Äußerungen von Eltern und Verantwortlichen der Musikschule gehört, weil sich die Musikschule nach dem Umzug nicht mehr in der Innenstadt befinden würde“, erklärt Benden. „Kinder müssten dann im Winter am frühen Abend im Dunkeln den Wurmweg entlanggehen.“

Kritisch sieht die Planung auch Realschulleiter Peter Pauli: Nach derzeitigem Stand der Planung müsste seine Schule auf Fachräume verzichten. „In den bestehenden Räumen sind nicht alle Bedarfe unterzubringen“, erklärte er auf Anfrage. Gegen einen Umzug der Musikschule in die Realschule habe er nichts: „Aber der Umzug muss so gestaltet werden, dass wir und die Musikschule nicht auf Räume verzichten müssen“, erklärt der Schulleiter.

Realschule soll nicht eingeschränkt werden

Beigeordneter Herbert Brunen habe zugesagt, dass die Realschule nicht in ihrer pädagogischen Arbeit eingeschränkt werde. In dem Trakt, in dem die Musikschule untergebracht werden soll, sind allerdings derzeit die Küche, ein Werkraum, ein Maschinenraum, ein Textilraum, ein Kunstraum und eine kleine Mensa untergebracht. „Die offene Ganztagsschule braucht mehr Raum, sie lebt derzeit von der Hand in den Mund, der Bedarf ist aber größer geworden“, sagt er.

Auch benötige er mehr Raum für Schüler, die nach den Lehrplänen der Hauptschule beschult werden. „Für sie müssen wir Hauswirtschaft, Technik und Wirtschaftslehre anbieten. Außerdem bekommen wir eine neue Küche“, sagt Pauli. Seine Schule biete Kunst als Wahlfach an. Nach den ersten Umbauplänen müsse der Kunstraum wegfallen, um Platz für die Musikschule zu schaffen. Sicherlich, so gesteht er, habe die Gemeindeprüfungsanstalt festgestellt, dass die Realschule mit derzeit 400 Schülern einen Raumüberhang habe. „Der ist aber nicht so groß, dass man bei uns die Musikschule unterbringen kann.

Da müssen neue Pläne auf den Tisch.“ Das sieht auch Uwe Böken so. Sicherlich könne er verstehen, dass die Verwaltung an das Musikschulgebäude denke, wenn sie Platzbedarf habe. „Es gibt aber auch Alternativen. Warum stockt man das Rathaus nicht auf?“, fragt er. Die Musikschule habe einen Vertrag mit der Stadt zur Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Franz Beemelmanns geschlossen. Dieser Vertrag besage, dass man im Falle einer Kündigung der Musikschule Räume anbieten müsse, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

„Die bisher uns vorgelegten Pläne aber hakten mal auf der Seite der Realschule, mal auf Seiten der Musikschule. Jetzt muss also weiter geplant werden“, erklärt Böken. Seine Schule bleibe in dem Haus, bis man ihm neue, geeignete Räume anbieten könne. „Oder wir machen dicht.“ Böken bedauert, dass schon Eltern mit Kündigung ihrer Verträge gedroht hätten, falls die Musikschule in die Realschule umzieht.

Derweil ist für Bürgermeister Georg Schmitz die Standortfrage gelöst: „Dass die Musikschule in die Realschule muss, steht aus Sicht der Verwaltung fest. Die Musikschule kann sich nur freuen, weil ihr dann mehr Platz in modernen Räumen zur Verfügung steht. Allerdings müssen die Details der Planung noch ausgearbeitet werden.“

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