Möldersstraße und Carl-Diem-Straße behalten ihre Namen

Anträge auf Umbenennung abgelehnt : Möldersstraße und Carl-Diem-Straße behalten ihre Namen

Die vor allem vom Stadtverordneten Rainer Jansen vorgetragenen Argumente blieben im Haupt- und Finanzausschuss ohne Erfolg: Der Antrag der Grünen auf Umbenennung der Möldersstraße und der Carl-Diem-Straße fand keine Mehrheit, der Ausschuss folgte mehrheitlich der Vorlage der Verwaltung zur Beibehaltung der Straßennamen.

Rainer Jansen kritisierte die Haltung der Verwaltung und wies im Fall von Carl Diem darauf hin, dass dieser bereits zur Kaiserzeit mit antisemitischen Aussagen auffiel. Als Sportfunktionär der Nazis habe er dann Juden als „körperlich degeneriert und ungeschickt“ bezeichnet. Außerdem habe er zwei Monate vor Kriegsende 2000 Jugendliche bewaffnet und an die Front geschickt.

SPD-Sprecher Christoph Grundmann sah zwar bei einer Namensänderung erhebliche, auch finanzielle Belastungen auf die Bewohner zukommen. Dennoch könne man nicht bei dem Straßennamen bleiben, müsse aber die Bewohner finanziell unterstützen, sagte er. Christian Kravanja (Bürgerliste) sprach von „Mitläufern“ des Naziregimes, die keine Ehrung verdienten. Dennoch sei die Bürgerliste für die Beibehaltung der Namen, da dies Bürgerwille sei, wie eine Unterschriftenliste zeige. Für die CDU schloss sich Max Weiler dieser Haltung an.

Dagegen hielt Rainer Jansen, dass 32 Städte diese Namen schon geändert hätten und nicht im Chaos versunken seien. Hans-Josef Paulus (CDU) und Wilfried Kleinen (Geilenkirchen bewegen und FDP) sprachen sich hingegen auch für den Bürgerwillen aus, und die Namensänderung für die Carl-Diemstraße wurde mehrheitlich abgelehnt.

Zusatzschild für Richthofenstraße

Das gleiche Schicksal erfuhr dann auch die Möldersstraße, obwohl Rainer Jansen darauf verwies, dass selbst die Bundeswehr den Namen Mölders als Benennungen von Kasernen oder Schiffen entfernt hatte. Der später als Fliegerheld gefeierte Mölders habe im spanischen Bürgerkrieg Krieg gegen Zivilisten und Kinder geführt. Unterstützung erhielt Jansen von Grünen-Sprecher Jürgen Benden, der die Ablehnung der Namensänderungen für „erschreckend“ hielt: „Ich will nicht in einer Stadt leben, in der ehemalige Nazis geehrt werden.“

Während Christian Kravanja die Namensänderung für die Möldersstraße ablehnte, verband Max Weiler (CDU) seine Ablehnung mit der Feststellung, Mölders habe „seine Pflicht als Soldat erfüllt“, eine Haltung, die später auch Horst-Eberhard Hoffmann (SPD) vertrat.

Anders verfahren wird mit der Richthofenstraße. Hier folgte die Ausschussmehrheit dem Verwaltungsvorschlag, dort ein Zusatzschild anzubringen, das mehr über den Flieger aus dem ersten Weltkrieg erläutern soll.

(mh)
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