Gangelt: Mit Kartoffelbrei und Haferflocken wieder aufgepäppelt

Gangelt: Mit Kartoffelbrei und Haferflocken wieder aufgepäppelt

Des einen Freud, des anderen Leid, so lässt sich das Schicksal einer der vier Hausenten umschreiben, die auf dem Kahnweiher in Gangelt eine neue Heimat gefunden haben. Während der Kahnweiher langsam zufror, gelang es den vielen Wildenten, die am Weiher und im Gangelter Bruch ihre Heimat haben, ein kleines Loch offen zu halten.

Nur einer der weißen Enten schien das Schwimmen in eiskalten Wasser auf Dauer nicht bekommen zu sein. Toni Rademacher, Anwohner von der Lohausstraße und täglich mehrfach auf „Streife” rund um den Weiher, hatte beobachtet, dass diese eine Ente sich absonderte und stundenlang auf einer Stelle saß.

Im Schutz der Dunkelheit gelang es ihm und seinem Sohn Michael, das Tier mit einer Taschenlampe zu blenden und einem Fischkescher einzufangen. „Die Federn waren nass, teilweise voll Eis und auch an den Füßen hatten sich schon Klumpen gebildet”, erinnert sich Toni Rademacher, der das Tier dann mit nach Hause nahm. „In diesem Zustand hätte die das nicht mehr lange überlebt.”

Man füllte einen Karton mit Stroh, stellte ihn an die Heizung und servierte Kartoffelbrei mit Haferflocken. „Das hat geholfen”, sind sich Toni und Enkel Dylan einig, als sie auf den Weg zum Kahnweiher waren, um die Ente wieder frei zu lassen. Dass sie schon von den anderen Enten vermisst wurde, zeigte das Geschnatter, als Toni und Dylan Rademacher die Eisfläche betraten.

Während die anderen Tiere mit Rademachers altem Brot gefüttert wurden, zog es die gerettete Ente auf wackeligen Füßen erst einmal zum Wasserloch, wo sie einige Runden drehte. Für die einen erstaunlich, für Rademacher nachvollziehbar, der Blick auf all die Tiere, die sich am Gangelter Weiher tummeln, dort aber eigentlich nichts verloren haben - ob die vier Hausenten, die teilweise suppentellergroßen Schildkröten, Goldfische oder andere Exoten.

„Diese Tiere werden als putzige Jungtiere für die Kinder gekauft, und wenn sie dann zu groß werden, einfach am Kahnweiher ausgesetzt”, schüttelt nicht nur Toni Rademacher den Kopf über die Dummheit und Unverschämtheit einiger Zeitgenossen.

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