Gangelt: Mit der Freundlichkeitswoche ins Schulleben

Gangelt: Mit der Freundlichkeitswoche ins Schulleben

„Einen wunderschönen guten Morgen. Wie geht es Ihnen heute?“ Das sind Sätze, die im Alltag viel zu kurz kommen. Sätze, die banal klingen und doch eine Menge bedeuten. Das finden zumindest die Nikolaus-Schule Breberen, die Schule der Begegnung Birgden, der katholische Kindergarten St. Urbanus Birgden, das katholische Kinder- und Familienzentrum St. Nikolaus Gangelt, die Villa Kunterbunt Stahe, der Kindergarten Lindenbaum Breberen, der Kindergarten Regenbogen Schierwaldenrath und die Kindertagesstätte KinderReich.

Sie alle haben sich zusammengeschlossen, um die Woche der Freundlichkeit einzuläuten. Jedes Jahr arbeiten sie zusammen, um den Kindern den Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern. „Die Grundschüler werden dann zu Paten der Kindergartenkinder, und wir besuchen uns gegenseitig“, sagt Rektorin der Grundschule Birgden Claudia Storms. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir alle so eng miteinander arbeiten“, fügt sie hinzu. Das sagt auch Sandra Hofer, Leiterin des Kindergartens Regenbogen.

So wird eine Woche lang ein Thema behandelt. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit oder Mut. Jede Gruppe entscheidet selbst über die Gestaltung. Ein gemeinsames Banner, Smileys, die als Button von jedem Kragen grinsen, und das Lied „Kinder stark machen!“ erinnern täglich an das gemeinsame Projekt. „Wie begrüßen uns jeden Morgen ausgiebig. Das ist etwas, was nicht mehr alltäglich ist“, sagt Anita Franken, stellvertretende Leiterin des Kindergartens Villa Kunterbunt.

In der Grundschule Birgden spazieren Kinder jeden Morgen für wenige Minuten durch die Klasse. Sobald die Triangel erklingt, begrüßen sie sich in verschiedenen Sprachen, reichen sich die Hände, umarmen sich oder klopfen sich freundschaftlich auf die Schulter. „Ein freundliches Wort kostet nichts und ist trotzdem das schönste Geschenk aller Geschenke“, zitiert Franken Daphne du Maurier. In der Nikolaus-Grundschule Breberen machten die Kinder mit Hilfe des Bilderbuchs „Die Geschichte vom frechen Hund“ gutes Benehmen deutlich. „Den Kindern des zweiten Schuljahres lag es besonders am Herzen, den Menschen in Breberen Freundliches zu überbringen. Sie verteilten im Ort, im Seniorenzentrum, in den Geschäften und im Kindergarten Breberen ,Freundliche Post‘“, so Schulleiterin Claudia Seidel. Karten mit netten Botschaften.

Im Kindergarten Regenbogen wurde ein Theaterstück einstudiert. „Das unfreundliche Krokodil“ führten die Kinder ihren Eltern und in der Grundschule Birgden auf. Dort kamen alle Kinder, Lehrer und Erzieher zusammen. Zudem haben die Kinder in Schierwaldenrath Freundschaftsbänder geknüpft und Handabdrücke gemacht, wie Sandra Hofer erzählt. „Alle bemühen sich, zu teilen und nehmen die Freundlichkeitswoche sehr ernst. Zurzeit gibt es keinen Streit mehr um Spielzeug.“ In Stahe wurden kleine Konflikte aufgearbeitet. „Wir haben über das Thema Streit gesprochen und diesen situativ aufgegriffen“, sagt Franken.

All das habe das Miteinander gestärkt und großen Anklang gefunden. „Alle 210 Kinder sowie die Lehrerinnen und Mitarbeiter der Nikolaus-Schule waren in der Woche der Freundlichkeit besonders nett und höflich zueinander und wurden besonders herzlich begrüßt und verabschiedet“, berichtet Seidel.

Heute findet die Abschlussveranstaltung in der Nikolaus-Schule Breberen statt. Bürgermeister Bernhard Tholen, Schulamtsdirektor Christoph Esser und Pastoralreferentin der Weggemeinschaft Erika Minnaert nehmen teil. Die Gäste erwartet ein Programm mit vielen Vorführungen der Kinder. Da bleibt nur noch eines zu sagen: ein freundliches „auf Wiedersehen“.