Gangelt/Übach-Palenberg/Gangelt: Matsch, Wasser und eine Menge Spaß

Gangelt/Übach-Palenberg/Gangelt : Matsch, Wasser und eine Menge Spaß

Eifrig schaufelt Rosalie einen großen Sandberg zusammen. „Noch mehr Wasser“, beschließt sie und langt mit der Schaufel noch mal ordentlich in die Mulde vor ihr. Die Kinder im städtischen Kindergarten in Bauchem genießen die heißen Temperaturen sichtlich.

Leiterin Irena Neuhof-Swierczyna ist begeistert davon, wie die Kleinen ihre Sommerzeit gestalten: „Die Kinder toben und haben draußen Spaß. Zur Abkühlung haben wir uns einiges einfallen lassen.“

Zum Beispiel die Matschanlage, in der Rosalie akribisch ihren Sandberg weiter auftürmt. Auch Peter mischt begeistert mit. „Die Burg muss noch viel größer werden“, fordert er und läuft los, um sich mehr Sand zu holen. „Die Kinder bringen Wechsel- und Badesachen mit“, erklärt Neuhof-Swierczyna. So könne sich jedes Kind im Dreck austoben und werde zur Mittagszeit geduscht. Aufgrund der großen Bäume biete der Außenbereich genügend Schatten, um alle beruhigt spielen lassen zu können. Regelmäßiges Eincremen und Wasser trinken seien aber unabdinglich. Um zum Trinken zu animieren, gebe es in den Gruppen sogenannte Trinkstationen, an denen jedes Kind seinen eigenen Becher habe und sich immer nachfüllen könne.

Eine Besonderheit, die sich in den vergangenen Tagen zufällig ergeben habe, war das „Body Painting“, also das Anmalen des eigenen Körpers mit Wasserfarbe. Erzieherin Melanie Backes: „Wir haben kleinere Wasserexperimente mit den Kindern gemacht. Da waren auch Pinsel und Wasserfarbe mit im Repertoire.“ Eins der Kinder kam dann auf die Idee, seinen Arm zu bemalen, und so haben am Ende alle gemeinsam bunte Muster und Motive auf Arme und Beine gemalt. „Das hat den Kindern riesigen Spaß gemacht und eine Menge Abkühlung gebracht“, sagt Backes.

Auch die kleine Emily hat ihre liebste Beschäftigung für die heißen Stunden schon gefunden. „Ich springe am liebsten durch den Rasensprenger“, erzählt sie. Sie nimmt Anlauf und macht in ihrem rosa Kleid einen großen Satz durch die feinen Wasserspritzer des Geräts. „In der ersten Zeit, als es so heiß wurde, habe ich schon gemerkt, dass viele etwas ruhiger wurden“, sagt Leiterin Neuhof-Swierczyna. Da seien einige beim Vorlesen eingeschlafen. Mittlerweile habe sich aber jeder gut akklimatisiert.

In der Johanniter-Kindertagesstätte in Übach-Palenberg verfolgt die Leitung ähnliche Ansätze. „Wir verlagern das ganze Leben nach draußen“, erzählt Leiterin Claudia Dankerl. Auch hier gibt es eine große Wassermatschanlage und einen Rasensprenger. Das Angebot wird allerdings noch von der Möglichkeit ergänzt, draußen Spritzbilder mit Wasserfarbe zu malen. „Außerdem spielen wir mit den Kindern öfters Wasservölkerball: Da wird dann mit einem wasserdurchtränkten Ball geworfen und alle können sich gegenseitig nass machen.“

Smoothies und Wassermelone

Die Kinder von der Awo Kindertagesstätte Geilenkirchen nutzen die Sommerhitze auch, um gemeinsam Smoothies und Wassermelone zu naschen. „Wir haben außerdem einen kleinen Garten, in dem Brombeeren wachsen. Zurzeit machen wir viel Marmelade mit den Kindern daraus“, sagt Leiterin Ingrid Grein. Aufgrund der heißen Temperaturen sei der Appetit der Kinder nicht immer so groß, Obst, Gemüse und ab und an ein Marmeladenbrot seien da eine gute Alternative.

Aber nicht nur die Kleinen haben ihre Tricks, sich abzukühlen. Auch im Franziskusheim in Geilenkirchen wird mit allen Mitteln gearbeitet, um der Hitze etwas auszuweichen. „Wir fahren unser Programm etwas runter“, sagt Leiterin Claudia Sonnenschein.

So zum Beispiel beim wöchentlichen Singkreis. Da findet sich zurzeit zwar statt der gewohnten 20 bis 30 Teilnehmer nur noch etwa die Hälfte ein, die sind dafür aber umso motivierter. Altenpflegerin Tanja Schumacher weiß genau, wie sie den Bewohnern helfen kann. Ob mit dem Fingerknipsspiel, das gegen die steifen und dicken Finger hilft, oder mit dem Auflebenlassen alter Urlaubsgeschichten.

Kühle Gedanken machen

Sie hat einen alten, niederländischen Holzschuh in Miniaturform dabei und reicht ihn herum. „Die hatte ich früher immer beim Unkrautzupfen an. Aber am Ende waren meine Füße darin immer ganz schwitzig“, erzählt eine Teilnehmerin lachend. Beliebt ist auch das Wellenlied, bei dem sich alle gedanklich eine frische Brise um die Nase wehen lassen. „Ich war früher oft in Spanien, ich ertrage die Hitze noch gut“, sagt eine Bewohnerin entspannt und steigt vergnügt in das nächste Lied über Campingurlaub ein. Schön auch: Drei Kinder, die ihren Opa besuchen, gesellen sich dazu und erzählen von ihrem Urlaub am See.

Im Haus Karin in Mindergangelt steht schon die Dusche im Garten bereit. „Die Bewohner können sich beim Spazieren im Garten darunter erfrischen. Bei der Hitze trockenen die Anziehsachen auch sehr schnell wieder“, sagt die stellvertretende Leitung des Sozialen Dienstes Lena Stary. „Wenn es weiterhin so heiß bleibt, dann kaufen wir noch ein kleines Planschbecken“, erzählt Stary. Darin könne sich dann auch jeder schnell die Füße und Beine abkühlen.

Und so lässt sich festhalten: Es ist zwar heiß, aber Jung und Alt wissen mit der Hitze umzugehen und haben ihre eigenen Wege, das Beste daraus zu machen.

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