Geilenkirchen: Marianne Spehl geht nach 45 Jahren in den Ruhestand

Geilenkirchen : Marianne Spehl geht nach 45 Jahren in den Ruhestand

„Sie haben in 45 Jahren ungezählte Rotznasen geputzt und jede Menge Kindertränen getrocknet. Mit anderen Worten — Sie haben die Kleinen ins Leben begleitet. Vergelt‘s Gott“, würdigte Pfarrer Norbert Kaluza in der Würmer Pfarrkirche das Wirken von Marianne Spehl als Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Gereon nach 45 Dienstjahren.

Die einstündige Messe unter dem Motto „Spuren hinterlassen“ hatten Kolleginnen und Schützlinge der in den Ruhestand gehenden Erzieherin liebevoll vorbereitet.

Farbenfrohe Blüten

Alle Kinder trugen farbenfrohe, selbst gebastelte Blütenkronen im Haar, und die Kirchenbänke waren mit Vergissmeinnicht und gelben Schleifen dekoriert.

Ilse Herbst, Chefin der fünf Kindergärten in der GDG St. Bonifatius Geilenkirchen, hieß die Kirchenbesucher willkommen. Die Sprösslinge sangen voller Vorfreude „Schön wird das Fest!“ und trugen Fürbitten für Marianne Spehl vor, beispielsweise „dass sie gesund und glücklich bleibt und uns in ihren Gedanken behält“.

Nach der Lesung versammelten sich alle Kinder vor dem Altar, sangen „Das wünsch‘ ich sehr!“ sowie „Ich gebe dir die Hände!“ und beteten das „Vater unser“. Ihre Vorträge untermalten sie mit passenden, gut eingeübten Gesten. Marianne Spehl strahlte vor Freude über die gelungenen Darbietungen.

Die frisch gebackene Ruheständlerin erhielt zudem vom Nachwuchs und den Erzieherinnen als Dank ein großes Bild mit Pusteblumen überreicht. „Das kommt in mein Wohnzimmer“, versprach sie gerührt. Als Krönung durfte sie sich in einer 20-minütigen Präsentation Stationen ihres 45-jährigen Wirkens auf einer Leinwand ansehen, in wochenlanger Kleinarbeit zusammengestellt von den Erzieherinnen Petra Verspeek (Fotos) und Jenny Drieling (Musik).

Generationen von Schützlingen und Erzieherinnen flogen im Eilschritt vorbei: Jubiläen, Geburtstage, Ausflüge, Feste, Aktivitäten wie Backen, Obst pressen, Basteln und Alltagssituationen.

Musiktitel wie „My way“ und „Like a bridge over troubled water“ taten ein Übriges, sodass sich nicht nur Marianne Spehl immer wieder Tränen aus den Augen wischte, sondern viele Anwesende es ihr gleichtaten und langanhaltender Beifall für ihre Dienste dankte.

Gute Wünsche für die Zukunft überbrachten unter anderem die Elternvertreterinnen Andrea Koch und Verena Nießen. Ebenso Gertrud Pacilli, Koordinatorin des katholischen Kirchengemeindeverbandes, im Auftrag von Pfarrer Peter Frisch. Birgit Latour, Schulleiterin der KGS Würm, betonte vor allem „die gute Zusammenarbeit, geprägt von Vertrauen“.

Immer gut gelaunt

Weiter ging es zum Empfang in den Kindergarten, wo sich Vertreter des Gemeinderates der Gratulationscour anschlossen. Nadine Weißleder, eine Mutter aus Beeck, lobte: „Frau Spehl war immer freundlich, gut gelaunt und hatte ein offenes Ohr für jeden!“ Jonathan Neumann (5) aus Honsdorf bedauerte: „Ich finde es traurig, dass Frau Spehl geht!“

Für die Kleinen hatte die ehemalige Leiterin eine besondere Überraschung parat: Sie durften in einen Korb greifen und sich einen „Wunschstein“ herausnehmen. „Darauf habe ich ganz viele gute Wünsche gesprochen“, erklärte sie.

„Ich kann es noch gar nicht glauben, bald nicht mehr hier zu sein, doch ich freue mich auch auf den neuen Lebensabschnitt“, bekannte die zukünftige Ruheständlerin überwältigt.

Damals habe sie das Anerkennungsjahr ihrer Ausbildung in diesem Kindergarten geleistet, nach zweieinhalb Jahren die kommissarische Leitung übernommen und ein halbes Jahr später, mit 21 Jahren, die Leitung. Die Arbeit habe ihr immer gefallen, doch in Zukunft werde sie es genießen, nicht mehr unter Zeitdruck zu stehen. „Ich habe zwei Enkelchen, um die ich mich jetzt etwas mehr kümmern kann“, freut sie sich.

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