Geilenkirchen: Mädchen in der Realschule und vier Millionen für den Bahnübergang

Geilenkirchen : Mädchen in der Realschule und vier Millionen für den Bahnübergang

Dürfen Mädchen zukünftig die Realschule Geilenkirchen besuchen? Was heute selbstverständlich ist, beschäftigte im März 1968 die Menschen in der Umgebung. Denn damals war dies längst noch nicht überall die Regel. Ein Blick in das Archiv der Geilenkirchener Volkszeitung von vor 50 Jahren zeigt uns, welche Themen damals in aller Munde waren.

Bis 1968 mussten Mädchen, die die Realschule besuchen wollten, nach Heinsberg, Gangelt oder Setterich gehen. Der Schulausschuss wollte aber Abhilfe schaffen und stellte deshalb schon im März ein positives Ergebnis in Aussicht, dass Mädchen zukünftig auch am Unterricht der Städtischen Realschule Geilenkirchen teilnehmen sollten.

Ein Blick in die Statistik des Selfkantkreises: Zahlen waren auch vor 50 Jahren für die Leser der GVZ interessant. Foto: Oliver Schiffgens

Im Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg wurde im März 1968 ein Heft mit allen möglichen interessanten Angaben herausgegeben. Die Statistiken gaben aber nicht nur die Einwohnerzahlen wider, sondern informierten auch über Bevölkerungsdichte, die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge, die Regentage oder den Viehbestand.

Im März 1968 betrug die Einwohnerzahl im Kreis 135.025. Die bevölkerungsreichste Stadt war Übach-Palenberg mit rund 22.000 Einwohnern. Nicht wirklich dicht gefolgt war sie von Geilenkirchen mit rund 9500 und Heinsberg mit gut 6000 Einwohnern. Verglichen mit damals sind die Zahlen in den letzten 50 Jahren stark angestiegen.

In der Stadt Übach- Palenberg ist die Bevölkerungszahl nur um 2000 gestiegen. Die Einwohnerzahl der Stadt Geilenkirchen hingegen hat sich in dieser Zeit auf etwa 27.000 verdreifacht. Die der Stadt Heinsberg ist mit nun 42.000 sogar siebenmal größer. Dies liegt natürlich vor allem an den Eingemeindungen seit 1969 und an der kommunalen Neugliederung, bei der die Städte um neue Gemeinden vergrößert wurden.

Zu hohe Geschwindigkeit

In dem veröffentlichten Buch der Kreisverwaltung waren aber nicht nur Einwohnerzahlen, sondern auch zugelassene Fahrzeuge aufgeführt. Die Zahl lag zu Beginn des Jahres 1968 knapp unter 30.000. Diese und natürlich auch Fahrzeuge aus anderen Gebieten hatten im Vorjahr 1730 Verkehrsunfälle verursacht. Schuld daran war zu 20 Prozent das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit.

Damals wie heute war und ist der Bahnübergang in Hünshoven Thema in Geilenkirchen. Vier Millionen Euro ließ sich die Stadt sich „das Projekt für unsere Nachfahren“ kosten. Eine Sache, die sich in mehrfacher Hinsicht lohnen sollte. Einerseits sollte der Verkehr in der Innenstadt entzerrt werden, um dort ein angenehmeres Klima für Anwohner und Beschäftigte zu schaffen. Andererseits wollte man mit einer deutlich verbesserten Infrastruktur auch nach außen ein sehr gutes Bild abgeben.

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