Geilenkirchen: Leere Kassen — aber viele Ideen

Geilenkirchen: Leere Kassen — aber viele Ideen

Geht es um den Energiehaushalt in den städtischen Gebäuden, dann steht Geilenkirchen vor einem ziemlichen Dilemma. Einerseits geht haufenweise Wärme durch Ritzen flöten und treiben alte Leuchtmittel und andere Energiefresser die Stromrechnungen in die Höhe. Andererseits fehlt das Geld, um die Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Teuer wird es für die Kommune — so oder so. Keine Finanzkraft, aber viele Ideen: Das ist das Motto, nach dem die Stadt jetzt handeln will.

Da hat sie einen ordentlichen Haufen Arbeit vor der Brust: 85 städtische Gebäude stehen auf der Liste — und längst nicht alle sind so modern wie der schicke Kindergarten in Bauchem mit seiner Wärmepumpen-Technik. Da ist zum Beispiel das Hallenbad: Baujahr 1972 und bautechnisch bis heute auf genau diesem Stand. Das kann man sehen. So ist die breite Holzfensterfront an der Westseite durch und durch marode. Da finden sich einige Löcher, in die man locker seinen Daumen stecken kann. Hier soll bald etwas geschehen. Während der Osterferien ist das Bad dicht, dann rückt ein Bautrupp an.

Auffälliger kann ein Energieschlupfloch wohl nicht sein: Ziemlich marode sind die hölzernen Fensterfronten des Hallenbades. Die sollen während der Osterferien erneuert werden. Foto: Stefan Schaum

Das nötige Geld dafür hatte die Kommune noch beiseite gelegt, bevor sie in diesem Jahr ins Haushaltssicherungskonzept musste. Einen dicken Batzen sogar. „Wir reden da von einer sechsstelligen Summe“, sagt Andreas Eickhoff, zuständig für das Gebäudemanagement in Geilenkirchen. Lohnen wird sich diese Investition, davon ist er überzeugt. Selbst dann, wenn die klamme Kommune einmal gezwungen sein sollte, einen privaten Investor für das Bad zu suchen. „Wir müssen in jedem Fall noch einige Jahre mit den Energiekosten leben und können sie durch die anstehenden Arbeiten um ein gutes Stück reduzieren.“

Gut eine Million muss die Stadt pro Jahr an Energiekosten für all ihre Gebäude aufbringen. Da tut es Not, die Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen. „Wir können und wollen nicht einfach die Hände in den Schoß legen und den Bürgern sagen: ‚Wir können ja jetzt nichts mehr machen, wir haben doch keine Mittel‘“, sagt dazu Bürgermeister Thomas Fiedler. Weil aber im laufenden Haushalt eigentlich nur Gelder für den Unterhalt der Bausubstanz und nicht für deren Erneuerung zur Verfügung stehen, müsse man nach „kreativen Lösungen suchen, um das ein oder andere doch noch zu optimieren“.

Soll heißen: Kleinere Dinge wie Lampen könnten sicher mal ausgetauscht werden. In den kommenden Wochen will die Verwaltung alle Gebäude in den Blick nehmen und eine Liste mit den Dingen erstellen, die keinen großen Aufwand erfordern, aber in der Summe ein großes Energiesparpotenzial darstellen. Andere Wünsche — etwa eine neue Wasser-Umwälzanlage für das Bad — müssen auf der Liste zunächst mal weiter unten Platz nehmen.

In einem zweiten Schritt will die Stadt ab dem Frühjahr alle Nutzer der öffentlichen Gebäude ansprechen. Die Sportvereine, die Bildungsträger, die Freizeitgruppen. Fiedler: „Wir wollen ein Bewusstsein für das Energiesparen schaffen.“ Und zum Beispiel dafür werben, dass das Licht in der Umkleidekabine nicht leuchten muss, wenn in der Halle gespielt wird. Oder sagen, dass der alte Kühlschrank zu viel Strom braucht.

Viele kleine Dinge sind es, die angesprochen werden sollen. Auch ein Klimaschutz-Konzept will die Stadt zum 1. Januar in Auftrag geben. „Das wird ohnehin bald zur Pflicht werden“, glaubt Fiedler. Doch noch ist es das nicht, und das hat einen Vorteil — so wird es vom Bundesumweltministerium komplett gefördert. Und das ist ja auch ein hübsches Sparpotenzial...