Geilenkirchen: Laternen basteln: Martinsgänse im Kindergarten

Geilenkirchen : Laternen basteln: Martinsgänse im Kindergarten

Für die Kinder des Katholischen Kindergartens St. Ursula Geilenkirchen ist die Martinsgans in diesem Jahr aus Papier. Sie wird dank einer kleinen Glühbirne wunderbar leuchten, wenn am Donnerstag ab 17.30 Uhr an St. Marien der Martinszug startet. Und wenn die Batterie hält, werden die Laternen leuchten bis den Weckmännern der Kopf abgebissen ist.

Maria van Daal ist Erzieherin im Kindergarten St. Ursula und hat die Kursleitung im Gänselaterne-Bastelkurs für Eltern und Kinder übernommen. Das Material liegt bereit. Der Korpus besteht aus weißem Papier und ist schon in Form gebracht. Die Laternenrohlinge erleichtern den Werkprozess und sorgen dafür, dass die Geduld des Bastelkreises nicht zu sehr strapaziert wird. Denn im Anschluss an das Basteln bleibt dann noch etwas Zeit, um gemeinsam zu singen und Kekse zu essen.

Max ist eher der Techniktyp, der schaut, dass seine Laterne am Ende auch wirklich leuchtet. Foto: defi

Besondere Falttechnik

Sirin ist sehr zufrieden mit den Bastelkünsten ihrer Mama. Foto: defi

Der ziehharmonikaförmige Rohling allein macht natürlich noch keine Gans. Kopf und Schwanz werden aus Pappe ausgeschnitten, angemalt und aufgeklebt. Allerdings erfordern die Hexentreppen für die Beine der Gänse ganz schön viel Fingerspitzengefühl. Die spezielle Falttechnik fordert die ganze Aufmerksamkeit von Eltern und Kindern. Söhnchen David ist in diesem Moment unterbeschäftigt und spielt mit der Schere, die zum Glück kindersicher ist. Anders sieht es da schon bei den Hexentreppen aus.

Ready for take off: Die Laternen warten auf ihren Einsatz. Foto: defi

Warum sollte sich David mit einem Strang Hexentreppe zufrieden geben, wenn mit einem Schnipp doch zwei zu haben sind? Da Mama in den letzten zwei Jahren seit Davids Geburt einiges dazu gelernt hat, entgeht ihren wachsamen Augen nichts. Mama lenkt ab: „Schau mal David, versuch doch mal die Federn hier anzukleben.“ Kleber gibt es reichlich im Bastelraum des Kindergartens. Auf jedem Tisch stehen ein paar Fläschchen, und an jedem Pullover kleben bereits ein paar Tropfen. Die Federn klebt David nun an den Sterz der Gans. Die hat auch schon einen Kopf und guckt damit in die Runde.

Einer muss ja am Ende aufräumen, findet Jakob und sammelt Papierschnipsel auf. Foto: defi

Am Nachbartisch ist die Mutter von Sirin schon beim Aufhübschen der Laterne. Die Gans kriegt ein wunderschönes, gelbes Schleifchen mit Sternchen um den Hals.

Johannes ist mit dem Papa zum Gänselaternen-Basteln gekommen und konzertiert sich ganz auf die grünen Federn, die ihn mehr interessieren als die Gans. Sein Vater sagt stolz: „Schau mal, die Laterne ist fast fertig.“ Johannes dekoriert lieber seinen Vater mit einer grünen Feder.

Man darf sicherlich behaupten, dass das Basteln der Laternen genauso viel Anziehungskraft auf Erwachsene hat wie auf Kinder, denn die Eltern sind mit viel Spaß bei der Sache. Jakob hat das Laternenbasteln konzentriert von Mamas Knie aus verfolgt. Jetzt kommt sein großer Moment. Eine Laternengans nach der anderen wurde auf die Leine im Bastelraum gehängt, wo sie noch etwas verschnaufen dürfen vor ihrem großen Einsatz beim Martinszug.

Auch Jakob hat in der Zwischenzeit eine Beschäftigung gefunden. Er schnappt sich die größte Papiertonne im Raum und trägt sie rum, damit der ganze Papiermüll entsorgt werden kann.

Eindrucksvolle Geschichte

„Ein bisschen so wie St. Martin“, heißt das Lied, das die Kinder in diesem Jahr neu eingeübt haben. Es handelt davon, dass man auch im Alltag ein bisschen so handeln soll, wie der Heilige Martin. Das Zerschneiden der Klamotten ist natürlich nicht gemeint, da passen Maria van Daal und ihre Kolleginnen schon auf. Maria van Daal: „Für die Kinder ist das immer noch eine eindrucksvolle Geschichte, mit dem Soldaten, der zum heiligen Martin wird.“

(defi)
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