Übach-Palenberg: „KURS“-Initiative: Schüler schnuppern ins Berufsleben hinein

Übach-Palenberg: „KURS“-Initiative: Schüler schnuppern ins Berufsleben hinein

Für Isabel Reinartz und Gesine Rückwald steht eines fest: Ihre Zeit beim Carolus-Seniorenzentrum (CSZ) an der Übacher Carlstraße haben sie mehr als nur genossen. Mit leuchtenden Augen berichteten sie den rund 20 Anwesenden bei der Neu-Unterzeichnung der Kurs-Vereinbarungen über die Kooperation von Unternehmen der Region und Schule (KURS) von ihrem Tun in der Einrichtung.

„Kurs“ ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammern wie auch der Handwerkskammern im Regierungsbezirk Aachen und wird regional von der Industrie- und Handelskammer Aachen unterstützt.

Petra Bogert und Dirk Weidner vom CSZ lobten vor allem den Dialog der Generationen, der mit der Initiative einhergehe. „Außerdem lernen die Schüler die stationäre Altenpflege kennen und legen im Optimalfall schon den Grundstein für den späteren Beruf“, sagte Petra Bogert. Neben dem CSZ ist die — mittlerweile unter Saurer Schlafhorst firmierende — Schmiede für Textilmaschinen in Übach-Palenberg zweiter Partner der Städtischen Realschule, zu deren Schülerschaft auch die eingangs genannten Schülerinnen gehören.

Seit zehn Jahren sind die Kurs-Teilnehmer der Realschule wichtige Partner für das Unternehmen, wie auch Ausbildungsleiter Thomas Kalitzki verdeutlichte. „Die Schüler sind sehr motiviert, und ich habe nie von Problemen gehört“, lobte er. Auch die Synergieeffekte wären ein nicht zu unterschätzender Faktor, wie der langjährige Ausbildungsleiter ergänzte. So rekrutiere sich ein Teil der Auszubildenden des Unternehmens immer auch aus Absolventen der Realschule.

Das könnte zum Beispiel auch für Kai Rummler, Luca Zilgens, Nico Merkes oder Tobias Seidel so eintreten. Diese vier jungen Menschen stellten in einer ebenfalls selbst erstellten Präsentation ihre Zeit beim Textilmaschinenbauer vor. Attribute wie interessant oder eigenverantwortlich fielen, als sie über ihre Tätigkeit im Betrieb berichteten. Genossen haben sie die Zeit aber nicht nur beim Präsentieren. Sie brachten gleich selbst gefertigte Metallobjekte mit, die sie gemeinsam mit den Auszubildenden gebaut hatten.

„Die Chance, für sich selber und sich selbst auszuprobieren, kriegt man über die Partnerschaften und Praktika“, empfand auch Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der als Vertreter des Schulträgers die Kurs-Partnerschaften sehr lobte. Zwar, so ergänzte Heinz Gehlen von der IHK, seien noch nicht alle weiterführenden Schulen an das Kurs-System angeschlossen.

Doch daran werde gearbeitet, wie auch Gisbert Kurlfinke von der IHK ergänzte. Schließlich helfe Kurs auch Unternehmen dabei, „in Zeiten des demografischen Wandels so früh wie möglich Kontakte zu Nachwuchskräften zu bekommen“.

Schulleiter Hans Heinrichs, der Kurs schon seit Jahren als erfolgreiches Programm schätzt, regte an, noch den Blick über die Landesgrenzen hinaus zu richten. „Wir sollten auch niederländische Firmen bei der Suche nach Partnerschaften berücksichtigen“, gab er den Entscheidern bei der IHK mit auf den Weg.

Schließlich biete die Städtische Realschule nicht nur seit nunmehr neun Jahren erfolgreich Niederländischlehrgänge an, sondern weiß auch von ehemaligen Schülern, die inzwischen in den nahen Niederlanden studieren oder arbeiten.

So könnte Kurs auch länderübergreifend zu einer kursgebenden Einrichtung werden, die junge Menschen begeistert.

(mabie)
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