Geilenkirchen: Kommentiert: Parkdruck? Welcher Parkdruck?

Geilenkirchen : Kommentiert: Parkdruck? Welcher Parkdruck?

Wir Deutschen brauchen ja vor allen Dingen eines, um das Leben lebenswert zu finden: Platz fürs Auto. Ich weiß das und bin mir im Klaren, dass ich mich jetzt unbeliebt mache, aber einmal muss es hier gestanden haben: In Übach gibt es keinen Parkdruck.

Bestimmt kennen Sie das kleine Stück Straße auf dem Rathausplatz, das zwischen Biergarten und Pizzeria liegt. Als ich am Dienstag um kurz vor 17 Uhr zur Bauausschusssitzung wollte, um mir die Diskussion über das Parken anzuhören, waren dort alle zwölf Parkplätze frei, sechs auf der einen Straßenseite und sechs auf der anderen.

Ich probierte jeden einmal aus und wäre fast zu spät in die Sitzung gekommen. Ich bin diese Woche auch in der Beggendorfer Straße gewesen, wo laut Konzept ein Parkplatz für 27 Autos hin könnte. Die Straßenränder waren fast völlig frei von Autos. Warum sollte man dort aufwendig einen Parkplatz in den Hang hacken?

Angesichts der Tatsache, dass in Übach Parkraum geschaffen werden soll, könnte man Zufall vermuten. Allerdings bin ich in den vergangenen Jahren Hunderte Male in Übach-Palenberg gewesen, zu jeder Tageszeit, an den unterschiedlichsten Orten, immer mit dem Auto. Ich habe dabei kein einziges Mal auch nur die geringsten Probleme gehabt, einen Parkplatz zu finden, und wäre bereit, diese Aussage unter Eid zu wiederholen.

Im Ausschuss wurde von Aachen gesprochen, wo auch ich mich öfters aufhalte. Je nach Ort und Uhrzeit sucht man dort 20 Minuten und länger nach einem Parkplatz. Irgendwann stellt man sein Auto da wieder ab, wo man losgefahren ist, verflucht die Stadtentwickler und bestellt sich ein Taxi. Bei der Rückkehr hat man meist noch ein Knöllchen.

Klar: Alles fängt zu glänzen an, wenn man es nur mit dem negativsten verfügbaren Beispiel vergleicht. Und vielleicht verschlechtert die Situation in Übach sich mit der Sanierung des Rathausplatzes ja tatsächlich. Das kann aber kein Grund sein, vorsorglich und auf gut Glück eine halbe Million Euro zu verpulvern.

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