Geilenkirchen: Kommentiert: Keine Redeverbote!

Geilenkirchen: Kommentiert: Keine Redeverbote!

So viel vorweg: Man darf Bürgermeister Jungnitsch abnehmen, dass er sehr daran interessiert ist, das Ü-Bad zu erhalten. Er setzt sich auch keineswegs erst jetzt im Wahlkampf dafür ein. Seine Stellungnahme wirft aber mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Zum Beispiel die, warum ihm so daran gelegen ist, jede Diskussion abzuwiegeln. Oder die, warum es die Zukunft des Bades gefährden sollte, wenn über diese Zukunft gesprochen wird.

Alles in Allem lassen Jungnitschs Äußerungen sich etwa so zusammenfassen: Er will zwar nicht, dass das Bad geschlossen wird, es stehe allerdings noch im Raum, dass das Bad geschlossen wird, bloß soll man bitte nicht darüber sprechen, ob das Bad geschlossen wird, denn gerade dadurch könnte es passieren, dass das Bad geschlossen wird. Das ist in etwa so, als würde Angela Merkel sagen: Bitte sprecht nicht über die Rettung des Euro, das gefährdet die Rettung des Euro.

Bemerkenswert ist auch, dass Jungnitsch die mögliche Schließung des Bades — für den Fall eines Falles? — denjenigen unterschiebt, die aktuell ihre Stimme erheben. Die Schlussfolgerung: Gitti Wahl hat Recht — die Zukunft des-Ü-Bades ist nicht gesichert. Und Redeverbote dienen dem Erhalt sicher als Allerletztes.

Mehr von Aachener Nachrichten