Geilenkirchen: Klassische Musiker spielen sich in die Herzen der Zuhörer

Geilenkirchen: Klassische Musiker spielen sich in die Herzen der Zuhörer

Nicht nur am Ende, als eine von der Technik-AG konzeptionierte und umgesetzte Lichtinstallation die Gäste in der fast voll besetzten Aula des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in den Bann zog, hatten die jungen klassischen Musiker schon gewonnen.

Denn der mit Licht unterstützte, in der Bearbeitung von Thomas Stapf live eingespielte „Bolero“ aus der Oper „Carmen“ sorgte für Begeisterung bei den Besuchern.

Sophia Plum, Laura Ratayczak und Sophie Werner sorgten per Klarinette für klassischen Musikgenuss. Foto: Markus Bienwald

Schon zuvor wussten die Nachwuchsklassiker unter der bewährten Leitung von Thomas Kamphausen zu überzeugen. So setzte das gesamte Orchester der Schule am Markt eine ungewöhnliche Bearbeitung von Stücken aus „Carmen“ um. Referendar Thomas Gottschalk und Lehrerin Claudia Villis sorgten dabei für abwechselnde Rezitationen, um den gut halbstündigen Ausflug in die von Liebe und Leid geprägte Welt des Werks von Georges Bizet noch zu vertiefen.

Doch schon die berühmte „Habanera“ oder der finale „Toreromarsch“ zeigten in der Aula, wie sehr sich ein Klangbild vom leise dahingehauchten Ton bis zum furiosen Finale steigern kann. Dafür standen auch die künftigen Abiturienten des kommenden Abschlussjahrganges, die sich hier zum letzten Mal im orchestralen Umfeld hören ließen.

So wie beispielsweise Sophia Plum, Laura Ratayczak und Sophie Werner, die bei der „Romance für drei Hörner“ von Franz Anton Hoffmeister das Arrangement für drei Klarinetten mehr als nur überzeugend übernahmen. Ein Kontrabass von Alexander Fehling und die Celli von David Kaminski, Pia Ostermeier, Sabrina Stüllenberg und Eva Trinenberg entführten die Zuhörer in Ángel Villoldos „El Choclo“ und zeigten, dass sich Schüler, die seit der fünften Klasse immer in der gleichen Formation zusammenspielen, auch in einer neuen Sitzordnung mit den Bögen nicht ins Gehege kommen.

Das galt auch für den Solopart von Alexander Fehling, der sich im 1. Satz („Allegro moderato“) aus Antonio Capuzzis Konzert für Kontrabass in guter Form präsentierte. „Vielleicht hören wir ja mit dem Klavierpart anstelle der Harfe die ursprünglich von Mozart verfasste Variante“, erklärte Leiter Thomas Kamphausen zu einem ungewöhnlich instrumentierten Stück. Denn statt der eigentlich laut Titel vorgesehenen Harfe wurde deren Part von Thomas Gottschalk am Klavier übernommen.

Musikalischer Hochgenuss

Fabia Birke überzeugte an der Flöte, und so wurde das Andantino aus dem zweiten Satz des Konzerts für Flöte, Harfe und Orchester (KV 299) auch in der vielleicht nicht originalen Fassung zum Hochgenuss. Mit dem swingenden „Tico“ von Zequinha de Abreu in einem Arrangement des Orchesterleiters ging dann der Solopart der kommenden Abiturientia zu Ende. Und sie durften sich nun nicht nur auf eine spannende und anstrengende Zeit der Abitur-Hochphase freuen, sondern auch den reichlich gespendeten Applaus des Publikums mit nach Hause nehmen.