Geilenkirchen: Klamotten falten „auf Französisch“

Geilenkirchen: Klamotten falten „auf Französisch“

Des Französischen auf Schulbasis mächtig, hatten sich jüngst acht Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula auf den Weg gemacht, um im belgischen Liège ihre Sprachkenntnisse zu verfeinern. Es entwickelten sich spannende Begegnungen.

„Während der Schullaufbahn muss die so genannte Einführungsphase ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren“, erzählt Robert Jansen, der im Gymnasium für das Duale Praktikum verantwortlich ist. Daneben stehen zwei weitere Praktika zur Auswahl. Für das Fremdsprachenpraktikum ist Französischlehrerin Sarka Nowak zuständig, während sich beide Pädagogen des Betriebspraktikums annehmen. In der RWTH Aachen und der Fachhochschule Niederrhein hat das St.-Ursula-Gymnasium zwei kompetente Partner gefunden.

Judith Goertz (16), Verena Peschen (16), Celine Rau (15), Laura Rodriguez (15), Laetitia Terberger (15), Julia Troschke (15), Jonathan Mula (15) und Katharina Ziesen (15) zählten zu den Auserwählten für das zweiwöchige Probearbeiten in Lüttich. Sarka Nowak hatte zuvor die administrativen und bürokratischen Hürden bewältigt und war zudem mit den Eltern der Probanden Monate zuvor in die belgische Großstadt an der Maas gefahren, um sich hier ein Bild von den Gegebenheiten zu verschaffen.

„Die Praktika sind begehrt, müssen ein Jahr vorher beantragt werden und sind immer schnell weg“, weiß Sarka Nowak. Die Lehrerin für Französisch und Sozialwissenschaften verweist auf die Tatsache, dass das Fremdsprachenpraktikum vom „Linquacluster“ betreut und gefördert wird; das ist ein Projekt der Europäischen Union zur Förderung der Sprachen in der Grenzregion Belgien-Deutschland-Niederlanden.

Auslagen — Fahrtkosten, Jugendherbergszimmer, Verpflegung — werden den Schülern erstattet. Mit dem „Maison des Langues“ stand zudem für eventuelle Probleme eine Betreuung in Lüttich zur Verfügung. Das Arbeitsfeld von Verena Peschen, Laura Rodriguez, Laetitia Terberger, Judith Goertz und Katharina Ziesen lag in der „Galeria Inno“, einem Kaufhaus im Zentrum. Jonathan Mula war in der „Sandwicherie“ tätig.

„Ich hab unwahrscheinlich viele Klamotten gefaltet“, erzählt Verena von ihrer Beschäftigung. „Und ich war in der Kundenberatung“, erzählt Laura. Für Laetitia Terberger galt es überwiegend Handschule, Mützen, Schals und auch Parfüm in die Regale einzuräumen. „Einmal haben wir über eine Frau lachen müssen, die ihr Make Up viel zu dick und unprofessionell aufgetragen hatte“, schmunzelt die 15-Jährige.

Treff in der Mittagspause

Bei dem Praktikum stand für alle Mädels das Perfektionieren der Fremdsprache im Vordergrund. Bei ihrem Job musste auch Celine Rau viel Französisch reden, denn sie hatte im Hotel Passarelle „eingecheckt“: „Das war ganz okay, ich war an der Rezeption und musste viel PC-Arbeit bewältigen.“ Julia Troschkes Einsatzbereich war der Baumarkt „Brico City“ in Lüttich. „Ich habe viele Tannenbäume aufgebaut“, berichtet die 15-Jährige, die auch an manchen Tagen am Schulunterricht in Liege teilgenommen hat.

Die Gruppe aus Geilenkirchen fand aber trotz unterschiedlicher Einsatzorte oft zusammen, mittags war eine bekannte Burger-Kette Treffpunkt. Hier wurde schon mal das Neueste ausgetauscht. Und die Erfahrung aller jungen Teilnehmer des Aufenthalts in Lüttich mündete darin, gerne wieder an einem solchen Fremdsprachenpraktikum teilzunehmen.

(g.s.)