Übach-Palenberg: Kein Bett: Mit neun Geschwistern im Stroh

Übach-Palenberg: Kein Bett: Mit neun Geschwistern im Stroh

Was heute für viele Kinder selbstverständlich ist, war für für viele Ältere in ihrer Kindheit unvorstellbar. Das erfuhren jetzt auch einige Grundschüler im Dialog mit den Bewohnern eines Altenheims.

Es war ein spannendes Abenteuer, auf das sich am Donnerstagvormittag die 24 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Katholischen Grundschule (KGS) aus Übach eingelassen hatten.

Denn sie hatten im Vorfeld mit viel Mühe einen Fragenkatalog ausgearbeitet. Zielgruppe waren acht Menschen, die drei Generationen älter sind, aber immer noch ein paar schöne Erinnerungen an ihre Zeit als Kinder und Jugendliche hatten.

So trafen unter der Überschrift „Gestern und heute” nicht nur Menschen aus unterschiedlichen Zeiten aufeinander, auch die Beantwortung der von den Schülern erarbeiteten Fragen fiel oft unerwartet aus.

So erwiesen sich für heutige Kinder selbstverständliche Dinge wie ein eigenes Zimmer oder auch die Ausrüstung mit allerlei technischem Schnickschnack für die Älteren als völlig ausgeschlossen. „Ich habe mir mit meinen beiden Schwestern ein Zimmer geteilt”, gab eine Bewohnerin so zu Protokoll. „Wir schliefen auf Stroh oder Heu”, ergänzte eine andere, die mit neun Geschwistern aufwuchs, „das musste alle paar Tage immer wieder gewendet werden, damit es frisch blieb”.

Neben den Umständen, die damalige Kinder zu Hause erlebten, war natürlich auch die Schulzeit für die Drittklässler sehr interessant. Und da trafen sie auf Antworten, die von strengen Lehrern, heute undenkbaren disziplinarischen Mitteln oder auch pädagogischen Konzepten berichteten, die einst an der Tagesordnung waren.

In der trotz des reichlichen Umfangs des Fragenkatalogs sehr lockeren und fröhlichen Atmosphäre im Saal und dem Aufenthaltsraum des Altenheimes an der Adolfstraße kamen Alt und Jung zudem sehr schnell ins Gespräch miteinander.

Und dabei wurde auch klar, mal von Mode oder Technik abgesehen, dass beispielsweise das Zusammenleben in der Gruppe oder die Gruppenspiele von heute und damals eigentlich immer gleich waren. Gummitwist, Seilchenspringen, Völkerball und Plumpssack stellten sich als zeitlose Spiele heraus, die weder eine besonders schicke und teure Hose noch die neueste Generation einer Spielkonsole für die Hosentasche benötigen.

„Am Ende dieser Unterrichtsstunde bei uns stand fest, dass die Zeit hier eine Zeit des gemeinsamen Lernens war und eine Unterrichtsform, über die Kinder weitaus mehr behalten, weil Lernen und Erleben hautnah miteinander verknüpft waren”, meinte Mechthild Bose vom Sozialen Dienst des Altenheimes.

Klar ist, dass es bald eine Neuauflage dieser Art des Unterrichts geben wird, und fest steht auch, dass die Kinder der 3a von der KGS Übach bei der Adventfeier im Altenheim am Donnerstag, 16. Dezember, zu Gast sein werden.

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