Übach-Palenberg: Jungnitsch: Freiwilliger Einsatz ein Grundpfeiler der Demokratie

Übach-Palenberg: Jungnitsch: Freiwilliger Einsatz ein Grundpfeiler der Demokratie

Die Ehrung für herausragendes bürgerschaftliches Engagement ist beim Bürgerempfang gute Tradition. Das war auch am Samstag so, als mit Uschi Hartmann und Toni Crampen gleich zwei neue Träger der städtischen Ehrennadel gefunden wurden.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch schickte dabei ein paar klärende Worte vorweg. „Es geht um das Wohl für alle und das gemeinsam zu schaffende Wohl“, sagte er über die Gründe, so eine Auszeichnung zu vergeben. Und da die „Bereitschaft der Bürger zum freiwilligen Einsatz ein Grundpfeiler der Demokratie“ sei, werde die Auszeichnung einmal im Jahr an besonders verdiente Menschen vergeben.

Uschi Hartmann ist dabei eine Frau, die sich nicht scheut, denen, die am Boden zu liegen scheinen, die Hand zu reichen. Als unermüdliche Antriebskraft hinter der Obdachlosenhilfe Übach-Palenberg führte sie ihr Weg nun auf die Bühne. „Ihnen liegt das Wohl der Menschen, die alles verloren haben, am Herzen, und Sie erweisen ihnen mit Ihrem Handeln den Respekt, den sie verdient haben“, so Jungnitsch.

Neben der Gründung des Vereins, anfangs als eher lose Gemeinschaft, hat sich Uschi Hartmann mit dem „Galaktischen Adventsbasar“, der Suppenküche und dem Kochen mit jungen Menschen im Städtischen Jugendzentrum verdient gemacht. Auch beim Kummerkasten-Treff in Marienberg und an der Ausgabestelle für Sachspenden und Tierfutter gibt es reichlich Gelegenheit, Uschi Hartmann einmal in Aktion zu erleben. Seit Kurzem wird das stets wachsende Angebot der Obdachlosenhilfe noch durch das Projekt „Warming Hands“ von Jennifer Gorke ergänzt.

Starkes Team im Rücken

Mit einem starken Team und vielen Spendern im Rücken und als Gesicht der menschgewordenen Hilfe nahm Uschi Hartmann nun die Ehrennadel auch stellvertretend für die vielen Engagierten in Empfang, die sie regelmäßig bei ihrer Arbeit unterstützen.

Wie das Menschliche auch im täglichen Tun für das Schützenwesen eine Rolle spielt, zeigte der zweite Geehrte. Toni Crampen ist nicht nur seit 35 Jahren als unermüdlicher Motor der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Übach aktiv. Er hat sich, so Bürgermeister Jungnitsch, auch der Vermittlung der Schützentradition von „Glaube, Sitte, Heimat“ an die nachfolgenden Generationen verschrieben. „Sie schaffen es, unter Beibehaltung der Werte des Schützenwesens, die Traditionen neuzeitlich zu gestalten“. Crampen habe dabei mit seinen Mitstreitern immer die richtigen Argumente und Worte entwickelt.

Neben Veranstaltungen wie dem Vogelschuss, dem vor wenigen Jahren frisch eingerichteten Freitagstreff, der gemeinsamen Rosenmontagsparty, dem Kirmesfest oder auch dem Ostereierschießen, sei aber auch die Unterstützung derer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ein Antrieb von Toni Crampen.

„Gerade in unserer heutigen Gesellschaft sind Menschen, die Verantwortung übernehmen und das Risiko nicht scheuen, wichtiger denn je“, schloss Jungnitsch. Darum sei Toni Crampen ein „Vorbild für alle Bürger unserer Stadt und unserer Gesellschaft“.

Dass sich in den Applaus der Gäste für Toni Crampen und die Werte des Schützenwesens auch ein wenig Traurigkeit mischte, lag daran, dass der amtierende Schützenkönig der Übacher Schützen, Stefan Radermacher, Anfang letzter Woche im Alter von gerade 58 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben war. Für ihn gab es eine Gedenkminute.

(mabie)
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