Übach-Palenberg: „Junge Talente“ im Schloss Zweibrüggen

Übach-Palenberg: „Junge Talente“ im Schloss Zweibrüggen

Ein wenig Stolz schwang sicherlich in der Stimme von Martina Waliczek mit, als sie im Schloss Zweibrüggen die zweite Auflage der „Jungen Talente“ eröffnen durfte. Nicht nur, dass das Kulturamt am Abend zuvor noch in Zusammenarbeit mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg ein hervorragendes Jazzkonzert präsentieren konnte.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit zeige die Stadt Übach-Palenberg, so Waliczek, dass es in der Stadt durch die intensive Arbeit vieler Kulturträger, ein reiches Angebot auch an Nachwuchskünstlern gebe.

Den Beweis traten gleich sechs junge Talente an, die in verschiedenen Musikrichtungen richtungsweisende Impulse setzten. Einen überragenden Auftakt lieferte beispielsweise das von Christoph Jansen am Flügel begleitete Stück „Csardas“ aus der Feder von Vittorio Monti. Passend zum frühsommerlich anmahnenden Wetter, zeigte sich Klarinettist Lukas Schreiber von seiner besten Seite. Es swingte, es schwang und es machte einfach nur Spaß, dem jungen Mann zu lauschen.

Klassisch noch ein ganzes Stück weiter in die ernste Richtung wagte sich die junge Sopranistin Eline Meijs. Sie verkörperte die Susanna in der Arie aus „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart in ihrer ganzen Reinheit, Klarheit und Schönheit. Einen Punkt hinter einen exzellenten Vortrag setzte auch Niklas Trockel, der im Solo beispielsweise mit dem „Choros No 1“ von Hector Villas-Lobos zeigte, wie filigran, zugleich kraftvoll und einfühlsam ein überragendes Gitarrenspiel sein kann. Dabei schienen die im Publikum sitzenden Lehrer und Ausbilder der jungen Talente diese weniger nervös zu machen, als noch viel mehr zu echten Spitzenleistungen anzustacheln.

Simon Peschen am Cello zeigte so nicht nur bei seinem „Julie-O“ von Mark Summer eine außergewöhnliche Darbietung. Ohnehin überzeugten die Nachwuchskräfte in Sachen hochklassiger Musik an diesem lauschigen Abend im Schloss Zweibrüggen nicht nur mit einem Auftritt. Sie wechselten beispielsweise wie Lukas Schreiber auch mal das Instrument, traten gemeinsam auf oder sorgten mit genreüberspannendem Repertoire für Begeisterungsstürme.

Das traf ohne Einschränkung auch auf Sebastian Kriska zu, der sich mit seiner Trompete „The Return“ von John Hartmann annahm. Ein nahezu programmatisches Stück, denn über drei Dinge konnten sich die Gäste an diesem Abend sicher sein: Martina Waliczek hatte ob der gebotenen Qualität zu Recht eine gehörige Portion Stolz in der Stimme. Denn diese jungen Menschen werden sicherlich bald wieder zu sehen sein und der Abend hat eine nachhaltige Wirkung, denn er wird seinen Platz im Kulturkalender der Stadt mit den zwei Herzen weiter festigen.

(mabie)