Geilenkirchen: Jugendkriminalität: „Ganz harte Straftaten sind nicht dabei”

Geilenkirchen: Jugendkriminalität: „Ganz harte Straftaten sind nicht dabei”

Über eine positive Entwicklung bei der Jugendkriminalität in Geilenkirchen freut sich Wilfried Schulz. Der Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamtes konnte jetzt Zahlen vorlegen: „Die Zahl der Strafverfahren ist von 250 im Jahr 2008 auf 177 im Jahr 2009 gesunken.”

Während sich der Anteil der männlichen Täter von 75 Prozent auf 69 Prozent reduzierte, stieg der Anteil der Täterinnen von 25 auf 31 Prozent. Von den straffällig gewordenen Jugendlichen begingen im Zeitraum 2008/09 gut 74 Prozent nur eine Straftat, 15,4 Prozent zwei Delikte, 4,1 Prozent drei, 3,8 Prozent vier, 0,4 Prozent fünf, aber 2,2 Prozent mehr als fünf Straftaten.

Besonders der große Anteil Jugendlicher, die sich nur einmal etwas haben zuschulden kommen lassen, ist für Wilfried Schulz „beeindruckend”. Diese Jugendliche blieben nicht auf der „schiefen Bahn”, so der Amtsleiter. Er wies zudem darauf hin, dass kein Jugendlicher oder Heranwachsender aus Geilenkirchen derzeit in der Intensivtäterdatei der Kreispolizeibehörde geführt werde: „Die ganz harten Straftaten sind nicht dabei.”

Soziales oder Geldstrafe?

Wilfried Schulz hat den Kontakt zur Realschule und zum St.-Ursula-Gymnasium aufgenommen. Dort will er Schüler nicht nur über strafrechtliche, sondern auch zivilrechtliche Konsequenzen informieren. Großes Beispiel: Graffiti. Strafrechtlich würden aufgedeckte Taten mit sozialen Arbeitsstunden geahndet.

„Aber es gibt Jugendliche, die stehen zivilrechtlich vor Forderungen im sechsstelligen Bereich. Diese müssen sie die nächsten 30 Jahre abarbeiten.”

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