Übach-Palenberg: Jugendhaus Alters Kloster Marienberg hat viel zu feiern

Übach-Palenberg : Jugendhaus Alters Kloster Marienberg hat viel zu feiern

Viel zu feiern gab es kürzlich im Jugendhaus Altes Kloster Marienberg, denn nicht nur das 45. Jubiläum der Einrichtung stand auf dem Programm, sondern auch die Verabschiedung der bisherigen Leiterin Christiane Schmidt, die Begrüßung der neuen Leiterin Ines Tunovic und die Buchvorstellung von Norbert Goretzka.

Aus dem Vorstand des Vereins begrüßten Geschäftsführer Norbert Goretzka und der stellvertretende Vorsitzende, Pater Josef Lienhard, die 200 anwesenden Gäste. Pater Lienhard blickte zurück in die Anfangszeit, als 1972 das ehemalige Kloster der Oblaten eigentlich abgerissen werden sollte, er es jedoch mit Hilfe von Goretzka rettete und 1973 zum Jugendhilfehaus umfunktionierte.

„Lykke til og helse!“ — „Viel Glück und Gesundheit!“: Auf Norwegisch wünschen die Mitarbeiter des Jugendhauses der scheidenden Leiterin Christiane Schmidt, die mit ihrer Familie nach Norwegen zieht, alles Gute für die Zukunft. Foto: Renate Kolodzey

„Entscheidend in der Einrichtung ist stets die große Empathie gewesen — nicht nur das Fachwissen“, hebt Lienhard hervor, und Goretzka erinnert sich: „Alle haben uns von Anfang an geholfen, auch die Nachbarn.“

Geschäftsführer Norbert Goretzka verabschiedet humorvoll die bisherige Leiterin Christiane Schmidt (r.) und begrüßt ihre Nachfolgerin Ines Tunovic. Foto: Renate Kolodzey

Peter Fröschen, stellvertretender Bürgermeister, gratulierte im Namen von Rat und Verwaltung und dankte dem Verein, dass er sich seit 45 Jahren in Übach-Palenberg um Jugendliche kümmere. Herbert Klops, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen der Erziehungshilfe (AgkE) freute sich auf weitere gute Zusammenarbeit, und Dagmar Hardt-Zumdick vom Caritasverband des Bistums Aachen lobte vor allem Goretzkas Haltung: „Nicht viel fragen — Not sehen und handeln!“

Dr. Klaus Esser, Vorsitzender des Bundesverbandes katholischer Einrichtungen der Erziehungshilfe (BVkE) überbrachte „Grüße von 16.000 Mitarbeitern und 450 Einrichtungen“ und bezeichnete Goretzka unter jubelndem Applaus des Publikums als jemanden, der stets seiner Zeit voraus war und Erlebnispädagogik gemacht habe, als noch niemand daran dachte.

Christiane Schmidt, die nach Norwegen zieht, unterstellte er augenzwinkernd: „Sie haben die Erlebnispädagogik wohl zu ernst genommen!“ Goretzka gab den Dank weiter an das Team des Jugendhauses und an seine Frau Ulla, die ihn stets unterstützt habe.

Die Verabschiedung der bisherigen Leiterin wurde durch eine Gesangseinlage von Sebastian Brösch untermalt. Der ehemalige Bewohner des Jugendhauses dichtete das Lied: „Dieser Weg wird kein leichter sein“ passgenau auf Schmidt um und interpretierte es mit viel Gefühl, begleitet von Gitarrist Peter Grassen.

„Mein Mann arbeitet in Norwegen, daher ziehe ich mit unseren beiden Kindern Anfang August nach“, verrät Schmidt. Seit zwölf Jahren sei sie im Dienst des Jugendhauses, und seit zwei Jahren dessen Leiterin gewesen. Die Arbeit habe ihr viel Freude bereitet, blickte sie zurück.

Auch Fred-Uwe Gündling, Mitarbeiter des Jugendhauses, verabschiedete die Leiterin mit lobenden Worten, und das ganze Team wünschte ihr „Lykke til og helse!“, was so viel wie „Viel Glück und Gesundheit!“ auf Norwegisch heißt.

Goretzka begrüßte nun die neue Leiterin Ines Tunovic. Sie sei seit 21 Jahren im Jugendhaus Franz von Sales tätig, erzählte sie, und sie freue sich auf die Herausforderung und „vor allem, dass ich ein Team langjähriger, erfahrener Mitarbeiter an meiner Seite habe“.

Last but not least wurde als Band acht der Reihe „Europäische Studien zur Jugendhilfe“ das Buch „Jugendhaus Altes Kloster Marienberg, Jugendhilfe und Behindertenhilfe — ein ungewöhnlicher Weg“ von Norbert Goretzka und seinem Redaktionsteam Dagmar Hardt-Zumdick, Privatdozent Dr. Eckhard Knab, Hubert Perschke, Friedhelm Schell, Maria Schulte-Bisping und Renate Streil vorgestellt. „An dem Buch habe ich fünf Jahre gearbeitet“, erklärt Goretzka, „ich hätte nie gedacht, dass das so aufwendig ist.“

Norbert Scheiwe, stellvertretender Vorsitzender des BVkE, würdigte hierzu die „Goretzka-Pädagogik“, die oft unkonventionelle Wege beschreite. Privatdozent Dr. Eckhard Knab betonte, dass sich nur selten eine Publikation der Jugendhilfe mit einer kleinen Einrichtung beschäftige, doch dieses Jugendhaus sei ein ganz besonderes Heim. Das Leitwort „Ora et labora“ könne man hier umwandeln in „Gaudium et labor“ — „Freude und Arbeit“.