„Fridays for Future“: Jugend aus Geilenkirchen startet Aktion

„Fridays for Future“ : Jugend aus Geilenkirchen startet Aktion

Nun hat die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ auch Geilenkirchen erreicht. Am Samstag von 10 bis 12.30 Uhr präsentiert sich die vor einer Woche gegründete Geilenkirchener Ortsgruppe „Fridays for Future“ erstmalig mit einem Infostand auf dem Marktplatz in Geilenkirchen, um für den Klimaschutz zu werben.

Fünf Jugendliche, zwei von der Gesamtschule und drei vom Gymnasium, bilden das Organisationsteam. Sie heißen Laura Savelsberg, Hailey Esken, Justin Hens, Max Hagen und Kristine Schilling und haben auf Whatsapp eine Gruppe eingerichtet, die derzeit 55 Mitglieder hat und über die Homepage „Fridays for Future“ erreichbar ist.

Gruppe hat bereits 55 Mitglieder

Die teilnehmenden Jugendlichen kommen aus Geilenkirchen und Umgebung, ein paar aus Heinsberg und dem Selfkant.  Laura Savelsberg meint, für sie sei die Europawahl ausschlaggebend gewesen, um sich nun auch selber für den Klimaschutz stärker zu engagieren. Die Fünf des Orgateams Geilenkirchen eint der Wunsch, etwas zum Schutz des Klimas zu tun und andere für diesen Gedanken zu gewinnen. Sie wollen so lange zusammen aktiv bleiben, bis sich in Sachen Klimaschutz endlich etwas getan hat, sagen sie und vermitteln dabei den Eindruck, dass es ihnen ernst ist.

Die Schüler sind im Alter von 15 bis 18 Jahren. Drei von ihnen haben schon an „Fridays for Future“-Demonstrationen in Aachen teilgenommen und dafür auch den Unterricht ausfallen lassen. Natürlich ist auch ihnen schon der Vorwurf „Schulschwänzer“ zu Ohren gekommen. Doch den finden sie absurd.

Laura Savelsberg sagt, wenn sie an einem Freitag neun Stunden Unterricht verpasse, dann müsse sie den ganzen Stoff nachholen. Max Hagen betont, dass keiner von ihnen seine schulische Karriere aus dem Auge verlieren würde. Stünden etwa Klausuren an einem Freitag an, gingen diese vor.

Aber Justin Hens sagt auch: „Man muss Prioritäten setzen.“ Der Moment, an dem man noch etwas tun könne, um irreparable Schäden des Klimas zu verhindern, sei jetzt gekommen, ergänzt  Laura Savelsberg.

Alle fünf haben ihren eigenen Lebensstil bereits verändert. Sie fordern aber keineswegs den einen zu 100 Prozent klimaneutralen Menschen, sondern ihnen wären viele Menschen, die etwas klimafreundlicher ihr Leben gestalten, lieber.  „Es geht um unsere Zukunft“,  sagt Max Hagen. „Wir wollen, dass unsere Kinder noch wissen, was Schnee ist.“ „Und was Eisbären sind“, fügt Laura Savelsberg hinzu.

Hailey Esken meint: „Der Klimawandel geht aber auch die älteren Menschen an.“ Schließlich würden die Folgen gar nicht mehr so lange auf sich warten lassen.

Kristine Schilling, Max Hagen, Justin Hens, Hailey Esken und Laura Savelsberg haben die Geilenkirchener Ortsgruppe „Fridays for Future“ gegründet. Heute sind sie auf dem Marktplatz anzutreffen. Foto: defi

„Fridays for Future“-Geilenkirchen finanziert sich derzeit mit dem Taschengeld des Orgateams und aus einer ersten Spende. Sticker und Plakate wurden bereits gedruckt und werden am Samstag zum Einsatz kommen. Und da die Fünf der Meinung sind, dass alle, die etwas für das Klima tun wollen, auch eine Belohnung verdienen, haben sie sich die Arbeit gemacht und selber eine Limonade hergestellt, die am Infostand ausgeschenkt werden wird.

„Natürlich haben wir Bio-Zitronen verwendet, schmeckt sehr gut“, lädt Max Hagen ein. „Fridays for Future“ hat seine Öffentlichkeitswirkung durch die Freitagsdemos während der Schulzeit bekommen. Die soll es, so bald wie möglich, auch in Geilenkirchen geben. Laura Savelsberg hat sich schon damit beschäftigt, welche Auflagen man für eine solche Demo erfüllen muss. Der Kontakt zur Kreispolizeibehörde soll schnellstens hergestellt werden, damit noch vor den Sommerferien die erste Geilenkirchener „Fridays for Future“-Demo laufen kann. Ein Banner ist schon gemalt und der Spruch „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ sitzt bereits.

Dass die Fehlstunden am Freitag als unentschuldigte auf das Zeugnis wandern, haben die Schüler mit Demoerfahrung schon realisiert. In Gesprächen mit der Schulleitung hatten sie ihre Beweggründe für das Fernbleiben vom Unterricht dargelegt. Am Freitag, ein Brückentag übrigens und schulfrei, fuhr die „Fridays for Future“-Gruppe Geilenkirchen zum internationalen Streiktag nach Aachen.

Statt zur Demo am Tagebau Garzweiler weiterzureisen, wo sich die Klimaaktivisten von „Ende Gelände“ mit der Organisation „Fridays for Future“ am Freitag zu Demonstrationen trifft,  will die Geilenkirchener Ortsgruppe  lieber vor Ort auf den Klimawandel aufmerksam machen.

Gespräche zum Klima

Dass die politische Mehrheit der Stadt Geilenkirchen, die Ausrufung des Klimanotstands für die Stadt abgelehnt hatte, hatten die Schüler verfolgt. Klimanotstand-Stadt sei zwar nur ein symbolischer Titel, meint Laura Savelsberg, doch mache der Klimawandel auch vor Geilenkirchen nicht halt. Die Fünf hoffen auf viele Besucher am Samstag auf dem Geilenkirchener Marktplatz, setzen auf aufklärende Gespräche bei einer Limo und darauf, dass sich auch im Bewußtsein der Politiker etwas verändert. „Wir ziehen das über Jahre durch“, sagt Justin Hens zuversichtlich, „bis sich was ändert.“