Geilenkirchen: Jubiläum: 100 Jahre Hünshovener Fußballverein 09

Geilenkirchen: Jubiläum: 100 Jahre Hünshovener Fußballverein 09

Auf eine 100-jährige Erfolgsgeschichte kann der FSV 09 Geilenkirchen-Hünshoven in diesem Jahr verweisen, und dieser Umstand wurde am Wochenende gebührend gefeiert. In der Luna Lounge in Fürthenrode gaben sich beim lockeren Jubiläumsabend Ehrengäste, Freunde und Gönner die Türklinke in die Hand.

Während per Dia historische Fotos aus hundert Jahren Vereinsgeschichte die Besucher zum Schmunzeln anregte, hieß Ehrenvorsitzender Franz-Michael Jansen als Moderator des Abends auch den extra für die Feier aus Großbritannien angereisten Ex-Spieler Roy Hancock, 1967 bis 1969 erste Mannschaft, willkommen.

„Ich begrüße alle Bürger von Geilenkirchen und Hünshoven”, startete Bürgermeister Andreas Borghorst seine Rede, wobei er die Betonung auf „und” legte. Eine derart lustige und lockere Form einer 100-Jahr-Feier habe er bis dato selten erlebt, hob er positiv hervor. „Der FSV hat sich um das sportliche und menschliche Miteinander sehr verdient gemacht”, lobte der Bürgermeister. Es zeuge von der Attraktivität des Vereins und dem großen ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder, wenn es gelinge, den Verein über ein Jahrhundert hinweg erfolgreich zu erhalten.

Der stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises Heinsberg, Dieter Lindenlauf, überbrachte dem Geburtstagsverein einige Urkunden und Geschenke von DFB, Fußballverband und Kreis, wartete dazu mit interessanten Daten über den FSV 09 Geilenkirchen-Hünshoven auf. Sechs Jahre Verbandsliga, sieben Jahre Landesliga und 13 Jahre Bezirksliga zeugten von einer herausragenden Vereinsarbeit. In den vergangenen 60 Jahre hätten die Kicker des FSV 09 insgesamt 3332 Tore geschossen, 2468 mal hätte der Torwart hinter sich greifen müssen.

Dieter Lindenlauf vermeldete, dass ein Student alle Spiele des FSV 09 lückenlos 60 Jahre zurück verfolgt und aus gewertet habe. Die Recherchen hätten auch ergeben, dass der FSV jahrelang über eine vierte und drei Jahre lang sogar über eine fünfte Mannschaft verfügt habe. „Aschenplätze sind out, Kunstrasenplätze sind in”, übernahm Franz-Michael Jansen das Wort. Der FSV 09 und Germania Bauchem hätten Anträge für die Errichtung von Kunstrasenplätzen an die Stadt gestellt. Er brachte seine Hoffnung auf eine rasche Umsetzung zum Ausdruck.

Nach einem Gratulations-Grußwort des Kreistagsabgeordneten Dr. Horst Wamper im Namen von Landrat Stephan Pusch war FSV-Vorsitzender Harald Kehmer an der Reihe. Wenn die Gründer des Vereins jetzt „von hoch oben” auf den FSV herabschauten, würden sie sicherlich stolz auf den hundertjährigen Verein sein, meinte Kehmer: „Das sind wir auch!”

Der Fußballverein habe in dieser langen Zeit Höhen und Tiefen erlebt, zwei Weltkriege überstanden sowie Aufstiege gefeiert und Abstiege betrauert. Der Verein habe jedoch nie aufgegeben, und auch nach dem dritten Abstieg der 1. Mannschaft in Folge werde der FSV weiter kämpfen.

Harald Kehmer dankte der Stadt Geilenkirchen, dass sie die erforderlichen Sportstätten kostenlos zur Verfügung stelle. Dies sei im Kreis nicht überall üblich. „Wir und alle anderen Vereine im Stadtgebiet übernehmen in höchstem Maße Sozialarbeit in unserer Stadt. Manchmal wünschen sich die Vereinsvertreter, dass dies von der Politik mehr beachtet wird”, fuhr Harald Kehmer fort.

Den Jugendlichen des FSV werde Woche für Woche soziales Verhalten, Pünktlichkeit, Disziplin und vieles mehr vermittelt. „Sie werden sinnvoll beschäftigt, lungern nicht an abgelegenen Plätzen herum und richten Schäden an.” Er halte es allemal für sinnvoller, so der Vorsitzende, Geld in Präventivmaßnahmen zu lenken, als es in Mitmenschen investieren zu müssen, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen oder sie sinnvoll zu beschäftigen.

Harald Kehmer setzte mit Blick auf aktuelle Vorhaben seitens der Stadt noch drauf: „Ich halte es für sinnvoller, 100.000 Euro in vernünftige Sportstätten zu investieren als in einen neuen Brunnen am Friedlandplatz, zumal nur 30 Meter weiter bereits einer vorhanden ist.”

Seine Äußerungen trafen offenbar den Nerv der rund 300 anwesenden Gäste, denn sie wurden an dieser Stelle mit tosendem Applaus bedacht. „Liebe Kommunalpolitiker, ich kann sie nur bitten, sprechen sie mit den Vereinen, hören sie sich ihre Nöte an, versuchen sie das Machbare umzusetzen. Investitionen in Vereine und in die Jugend sind gute Investitionen. Sie sichern die Zukunft unserer Stadt.”

Nach einer Darbietung der Gymnastikgruppe und einem Appell an die Bürger, sich ehrenamtlich einzubringen, begann der gesellige Teil des Abends mit Musik, lockeren Gesprächen und einem Imbiss.

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