Übach-Palenberg/Köln: Jetzt gilt´s für Norman: Geh oder sing!

Übach-Palenberg/Köln: Jetzt gilt´s für Norman: Geh oder sing!

Smart, sympathisch, gut aussehend ist er. Der Mädchenschwarm schlechthin. Norman Langen kann es nur recht sein. Der 25-jährige Übach-Palenberger ist ausgezogen, um beim Wettbewerb „Deutschland sucht den Superstar”, kurz DSDS, die Zuschauerherzen in der Republik mit seinem Gesang zu erobern.

Am Samstag um 20.15 Uhr dreht sich bei RTL erneut das Kandidaten-Karussell: eine(r) muss nach der ersten Mottoshow gehen, dann sind es nur derer Neun, die weiterhin hoffen und singen können.

Für Norman ist dessen bisherige Erfolgsbilanz schon eine kleine Sensation: In dem bislang größten DSDS-Casting mit knapp 35.000 Kandidaten, die von August bis Oktober 2010 in 35 Städten Deutschlands und erstmals auch in der Schweiz und Österreich vorsangen, wurde auch der Übach-Palenberger für die neue Staffel auserkoren. Und am vergangenen Samstag, bei der ersten von insgesamt elf Votingshows, hievte sich der Sunnyboy unter die letzten zehn Akteure - fünf wurden vom TV-Publikum aussortiert.

Am Samstag etwa zu mitternächtlicher Stunde weiß DSDS-Deutschland, ob der Übach-Palenberger noch einen drauf legen konnte. Damit wäre der Mann, der im sozialtherapeutischen Bereich des Demenzheimes von Pro 8 in Frelenberg arbeitet, seinem Lebenstraum, Musiker zu werden, wieder ein winziges Stückchen näher gekommen.

Scheinwerferlicht und Kameras

Gleißendes Scheinwerferlicht, Dutzende Kameras, der Blickfang für Millionen Menschen und obendrein das dreiköpfige Tribunal mit Poltergeist Dieter Bohlen, Frenanda Brandao und Patrick Nuo. „Die Szenerie haut einen schon um. Die Tür geht auf, und du denkst, du fliegst in die Ecke”, erinnert sich Norman im Gespräch mit unserer Zeitung an das „schreckliche Lampenfieber”. Unser Gespräch wird per Telefon geführt. Norman residiert nämlich derzeit in einer „Villa” bei Köln, dem Domizil der nun stetig schrumpfenden Kandidaten-Riege bis zum Finaltag.

Norman und seine neun Mitstreiter um die DSDS-Krone wurden hermetisch abgeschottet, die ganze Konzentration soll der Liveshow am Samstag gelten.

„Villa, das hört sich nach Relaxen an. Aber wir büffeln hart an unseren Texten und an unserer Choreographie. Auch gibt es viele Pressetermine. Die Nächte sind oft sehr lang. Dafür werden wir von unseren Herbergseltern, Coaches und - wenn nötig - von einem Psychologen bestens umsorgt”, kennt der 25-Jährige nun auch die Kehrseite des süßen TV-Ruhms. Dennoch: „In der bisherigen DSDS-Zeit habe ich soviel wertvolle Erfahrungen - zwischenmenschlich wie musikalisch - gemacht wie in meinen ganzen Leben noch nicht.”

Norman Langen kann performen, teils Talent, teils hartes Training, wie er sagt. Da schläft auch die Konkurrenz nicht. Allerdings wagt er sich mit seinen Lieblingsschmonzetten aus der deutschen Schlagerwelt in eine ganz neue, ganz andere DSDS-Dimension: „Diese Kategorie wurde noch nicht bedient. Ich hatte erhebliche Zweifel, ob das klappt.” Das Lied „Ich bau´ dir ein Schloss” von Jürgen Drews aus der Vinylkiste der 70er überzeugte die Zuschauer am vergangenen Samstag jedenfalls.

Bei der Mottoshow „Megahits”, verrät Norman, wird er ebenfalls mit einem deutschen Ohrwurm, nämlich „Wahnsinn” von Wolfang Petry, auf Stimmenfang in deutschen, Schweizer und österreichischen TV-Stuben gehen. Ob er die deutsche Linie beibehält - sollte er eine weitere Runde durchstarten - weiß er noch nicht: „Vielleicht werde ich mit einem englischen Song überraschen.”

Vielseitigkeit, Flexibilität sind auch Weiter-Komm-Kriterien, die Lehrmeister Bohlen immer wieder predigt. Bohlen gibt einer jeden DSDS-Staffel das Gesicht, sein Gesicht. Mal mit kruden Provokationen, mal mit vernichtenden Kritiken, mal mit balsamhaften Streicheleinheiten für die nervösen Prüflinge auf der Bühne. Norman Langen hat auch seine Meinung über Dieter Bohlen: „Angst nein, aber Respekt habe ich schon vor dem Mann, der in seinem Leben viel geleistet hat.”

Und der ihm, dem Frischling im glamourösen Rampenlicht, nützliche Tipps gebe. Da war etwa die Sache mit den „Feelings”. Nicht nur Gefühle bedienen ist wichtig fürs Punktekonto, auch das Aussehen. „Da lege ich großen Wert drauf”, gesteht der eitle Würde-gern-Superstar. Dafür greift er auch schon mal zur Tube mit der Hämorrhoiden-Salbe: „...ist gut gegen geschwollene Augen.” Man wird sehen, ob am Samstagabend alles zusammenpasst.

Seine Eltern, seine 25- und 26-jährigen Stiefschwestern, seine 30-jährige Schwester sowie die kleinen Neffen („meine größten Fans”), na klar, die ganze Heimatstadt Übach-Palenberg sowie ein großer Teil vom Rest der Welt werden jedenfalls für Norman Langen die Daumen drücken - und die richtige Telefontaste.

Der Weg bis zum Ziel ist weit, steinig und vor allem ungewiss. Aber vielleicht dringt Norman auch bis ins Finale vor. Er wäre der zweite Kandidat aus dem Kreis Heinsberg, der neben Denise aus Immendorf - Sie erinnern sich anno 2004, die zweite DSDS-Staffel, der zweite Platz hinter Ellie - ganz vorne landen könnte.

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