Geilenkirchen-Niederheid: Jecke nehmen Kaserne im Sturm

Geilenkirchen-Niederheid: Jecke nehmen Kaserne im Sturm

Geneigten Hauptes, aber dennoch nicht ohne Stolz musste sich Brigadegeneral Jürgen Beyer geschlagen geben. Sein Zentrum für Verifikationsaufgaben in der Selfkantkaserne war kurz zuvor von einer närrischen Übermacht unter Führung der Süggerather „Spätlese“ gestürmt und eingenommen worden.

Es ist allerdings nicht überliefert, welche Verteidigungs-Strategie die Militärs ausgearbeitet hatten, um den Angriff auf die besonders geschützte, bestens bewachte und komplett eingezäunte „Sicherheitszone“ abzuwehren.

Brigadegeneral Jürgen Beyer konnte sich der Festnahme durch die jecken Weiber nicht entziehen. Foto: Georg Schmitz

Um 13.11 Uhr rückten jedenfalls die Narren in ihren bunten, vornehmlich rot-weißen Uniformen an und wollten den Einlass erzwingen. Noch wägten sich die Militärs in Sicherheit, doch das sollte sich schnell ändern. Mit Böllerschüssen ließen die Soldaten keinen Zweifel daran, dass die Stellung nicht freiwillig der närrischen Macht überlassen werden sollte.

Die „Young Generation“ und Solomariechen Celine (Mitte) erfreuten mit ihren Tanzbeiträgen die Zuschauer. Foto: Georg Schmitz

Die Jecken-Schar blies aber unbeirrt zum Sturm und bekam dabei Unterstützung von den schon vor Tagen unter falschen Personalangaben in die Kaserne „eingeschleusten“ Weibern. Denn denen gelang es schließlich, den Brigadegeneral festzunehmen und ihm den Kasernenschlüssel zu entreißen. Doch noch immer wurden die anrückenden „Narrentruppen“ zurückgedrängt, bis die Weiber auch Kasernenkommandant Oberstleutnant Thorsten Plonus habhaft wurden.

Als „Gefangener“ musste er eine „erniedrigende“ Prozedur über sich ergehen lassen: Spätlese-Vorsitzende Iris Derichs-Lang, ihres Zeichens Friseurmeisterin, schor dem Oberstleutnant radikal die Haare. Der Einlass sollte immer noch 50 Euro kosten, und den Geldschein musste sich Spätlese-Mitglied Hubert Bergs erst einmal malen. Am Ende hielten die lustigen Weiber freudestrahlend und siegesbewusst den Schlüssel in der Hand.

Alle Verteidigungsbemühungen von Seiten der Kasernenführung waren umsonst gewesen, die närrische Übermacht drängte unaufhaltsam nach vorne und erreichte schließlich das „Zentrum der Macht“, das Barbara Casino. Hier hisste Brigadegeneral Jürgen Beyer endgültig die „Weiße Fahne“ als Zeichen der Kapitulation. Nach einer kurzen Anlaufzeit ließ sich der Kommandeur im Stimmungsstrudel mitreißen.

Inzwischen hatte die Spätlese durch weitere Vereine der KGKG Verstärkung gefunden und schickte neben Solomariechen Celine auch die Große Garde und die Young Generation auf die Bühne. Die Moderation hatte Frau Oberstleutnant Kerstin Bekaan übernommen, die gekonnt durch das Programm führte.

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