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Übach-Palenberg: Ins Wurmtal geht es weiter nur über Umwege

Übach-Palenberg : Ins Wurmtal geht es weiter nur über Umwege

Natürlich keimten bei manchem Zeitgenossen Hoffnungen auf, als die Bahn kürzlich die anstehenden Modernisierungsarbeiten auf der Strecke Aachen-Rheydt bekannt machte. Die Strecke führt auch durch Übach-Palenberg, und noch in Sichtweite zum Bahnhof befindet sich die Fußgängerbrücke, die Alte Aachener Straße und Naherholungsgebiet verbindet.

Früher bot sie einmal eine attraktive Abkürzung, doch seit mittlerweile fast fünf Jahren ist das nicht mehr der Fall. Das Bauwerk ist laut Stadt hochgradig marode, eine Gefahr für jeden, der es betritt, und deshalb gesperrt.

Im Rathaus ist das Thema in etwa so beliebt wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose. Einerseits würde ein Neubau viel Geld verschlingen. Andererseits liegen die Bürger Politik und Verwaltung seit Jahren damit in den Ohren, man möge die Brücke doch bitte wieder in einen nutzbaren Zustand versetzen, sei es durch Restaurierung oder durch Neubau.

Nicht einfacher wird die Sache durch die Bahngleise und die dadurch bedingt notwendigen Abstimmungen mit der Deutschen Bahn, womit wir wieder bei der Streckensperrung sind. Könnte man also im Sommer nicht auch endlich, endlich das leidige Thema Fußgängerbrücke angehen?

Einige Züge fahren noch

Um es kurz zu machen: kann man nicht. Das liegt zunächst einmal daran, dass die Strecke in dem Abschnitt, in dem die Brücke liegt, gar nicht vollgesperrt werden wird, wie die Bahn klarstellt. Zwar fahren weniger Züge und das zu anderen Zeiten. Zu einer Vollsperrung kommt es aber erst ab Geilenkirchen. Doch selbst wenn die Strecke komplett gesperrt würde, wäre die Stadt im Sommer auf gar keinen Fall so weit, wie die Verwaltung auf Nachfrage einräumt.

Das Problem: Man wisse nicht, ob man mit Fördermitteln des Landes rechnen darf. Es sei auch noch nicht absehbar, wann man dies wisse. Bevor überhaupt mit der Bahn verhandelt werden kann, muss also die Kostenfrage geklärt werden. Ein Neubau der Brücke aus Metall statt Holz würde laut Stadt mehr als eine Million Euro kosten.

Eine Sanierung gäbe es für knapp die Hälfte, allerdings bei steigenden Wartungskosten und überschaubarer Lebensdauer. Sollte man als Stärkungspaktkommune derart viel Geld ausgeben für ein Bauwerk, das nicht mehr bietet als eine Abkürzung für Fußgänger? Angesichts von Problemen wie dem Zustand der Schulen ist diese Frage zumindest diskussionswürdig, der Griff in die eigene Tasche wäre schmerzhaft.

Warten auf Antwort

Doch die eigene Tasche ist ja nicht immer die einzige. Im November 2016, da war die Brücke schon ziemlich genau drei Jahre gesperrt, brachte die Verwaltung die Möglichkeit ins Gespräch, Landesmittel in Anspruch zu nehmen. Eine Förderung von 70 Prozent sei möglich. Der Antrag wurde rund ein halbes Jahr später gestellt, am 3. Mai 2017. Seitdem wird auf eine Antwort gewartet.

Die Zusammenfassung und der weitere Ausblick fallen ernüchternd aus. Bis auf die Ermittlung der Kosten für den Brückenneubau und den herausgeschickten Antrag auf Förderung ist die Angelegenheit nicht viel weiter als vor fast fünf Jahren, als die Brücke gesperrt wurde. Falls irgendwann eine positive Rückmeldung vom Land kommt, muss noch die Politik entscheiden, ob das Projekt in Angriff genommen wird.

Falls sie Ja zum Neubau sagt, kann man schließlich in Verhandlungen mit der Bahn treten und einen sogenannten Betra-Antrag stellen. Bis wann der durch ist, lässt sich noch nicht einmal erahnen, jedenfalls dürften an diesem noch fernen Tage schon eine ganze Reihe RRX, für die die Bahn ihre Bahnhöfe modernisiert, unter der maroden Fußgängerbrücke durchgerollt sein.