Neue Parkzeitbegrenzung: Innenstadtparkhaus nach Nutzungsänderung kaum noch besucht

Neue Parkzeitbegrenzung : Innenstadtparkhaus nach Nutzungsänderung kaum noch besucht

Die optimale Lösung sähe ja so aus, dass genau so viele Parkplätze vorhanden sind wie benötigt werden, keiner mehr und keiner weniger, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, und umso leichter vergaloppiert man sich beim Umkrempeln bestehender Parkplatzregelungen. Was das Innenstadtparkhaus hinter dem Geilenkirchener Rathaus betrifft, ist es vielleicht noch etwas zu früh, ein abschließendes Urteil zu fällen.

Fest steht aber, dass genauestens beobachtet wird, wie die Wiedereinführung der Parkzeitbegrenzung sich auf die Nutzung auswirkt.

Freude währte nicht lang

In der Vergangenheit hat es um das Parkhaus bereits einiges Hin und Her gegeben. Ursprünglich war die Parkzeit dort begrenzt, so wie jetzt. Dann wurde das Parkhaus saniert und die Parkzeitbegrenzung aufgehoben. Viele Autofahrer bedankten sich mit Kusshand und ließen ihre Autos den ganzen Tag dort stehen. Dazu zählten Bedienstete der Stadtverwaltung, doch es ist auch überliefert, dass Angehörige der Musikschule froh darüber waren, ihre schweren Instrumente nicht mehr vom Beamtenparkplatz aus quer durch die Stadt schleppen zu müssen. Auch die Frühschicht des St.-Elisabeth-Krankenhauses soll getreu der Erkenntnis „der frühe Vogel fängt den Wurm“ zu den täglichen Dauerparkern gezählt haben.

So leer das Parkhaus, so voll der Beamtenparkplatz: Die riesige Stellfläche am Wurmauenpark läuft seit einigen Wochen förmlich über.

Doch die Freude währte nicht lange. Zu Beginn dieses Jahres beschäftigte die Politik sich erneut mit dem Parkhaus, im Sommer schließlich wurde die Parkzeit wieder begrenzt, auf anderthalb Stunden. Ausnahmen wurden für 21 Parktaschen gemacht, die für Verwaltungsmitarbeiter reserviert sind. Bleiben 56 Parkplätze für die Öffentlichkeit.

Nur zu einem Viertel belegt

Auch die Ausschilderung, die der Verwaltung durch die Politik aufgegeben wurde, ändert nichts an der bislang schlechten Nutzung des Rathauses.

Doch die will sie nicht, jedenfalls nicht für anderthalb Stunden. Lediglich 14 Stellplätze waren bei einer Stichprobe am späten Montagvormittag belegt, was genau einem Viertel entspricht. Glaubt man den Anliegern, ist das keine Ausnahme, sondern der Dauerzustand. Unter dem Gesichtspunkt einer guten Auslastung scheint die neue alte Regelung also nicht ganz optimal zu sein. Zumal sich auf dem Beamtenparkplatz am Wurmauenpark genau das gegenteilige Bild bietet: Er lief in den vergangenen Wochen fast über.

Auf Facebook kann man nun verfolgen, wie Nutzer über die gemeinen Beamten aus dem Rathaus schimpfen, die sich das schöne Gratis-Parkhaus unter den Nagel gerissen haben. „Auf Wiedersehen Geilenkirchen. Zu euch fahre ich nicht mehr wegen eure behinderte beschränkte Park Zeiten“, lautet ein besonders pointiert formulierter Eintrag auf der Facebook-Seite des Rathauses. Dabei können die Rathausmitarbeiter gar nichts dafür, im Gegenteil: Der Erste Beigeordnete Herbert Brunen hatte Anfang des Jahres sogar versucht, der Politik die Sache auszureden. Doch die ließ sich nicht beirren.

Es war die CDU, die die Rolle rückwärts damals ins Rollen gebracht hatte. Und bislang sieht Fraktionsvorsitzender Max Weiler keinen Grund zu großer Zerknirschung. „Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir eine gute Idee gehabt haben“, sagt er. Wobei die natürlich nicht so gedacht war, dass das Parkhaus nun weitgehend ungenutzt herumsteht. „Wahrscheinlich hat sich noch nicht genügend herumgesprochen, dass wir zur alten Regelung zurückgekehrt sind“, vermutet Weiler. Um Einkäufe zu erledigen oder zum Arzt zu gehen, seien anderthalb Stunden Parkzeit doch eigentlich passend bemessen. „Ich denke, wir sollten uns allen noch ein bisschen Zeit geben.“

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass man es in der Sache schlicht nicht allen recht machen kann. Denn als die CDU die Rückkehr zur Parkzeitbegrenzung ins Gespräch brachte, reagierte sie damit auch auf Beschwerden aus der Bürgerschaft, die sich durch die Dauerparker an der Nutzung des Parkhauses gehindert sahen. Nun beschweren andere Leute sich praktisch über das genaue Gegenteil und fragen: Wenn es kaum Kurzzeitparker gibt, wieso darf ich dann nicht dauerparken?

Auch die Verwaltungsspitze ist nicht gerade begeistert davon, wie die Dinge sich nun darstellen. „Wir haben von vornherein gesagt, dass das Parkhaus leer stehen wird, wenn eine Parkzeitbegrenzung eingeführt wird, und genau so ist es gekommen“, sagt Bürgermeister Georg Schmitz. Kommende Woche Montag wird nun mit einiger Verspätung in unmittelbarer Nähe das große, neue Parkhaus des St.-Elisabeth-Krankenhauses eröffnet. Schmitz will deshalb erst einmal abwarten, wie die Eröffnung sich auf die Gesamtsituation auswirkt. Dann wird die Verwaltung entscheiden, ob sie zum Parkhaus hinter dem Rathaus noch einmal das Gespräch mit der Politik sucht.

Anzunehmen ist, dass sich die Parksituation rund ums Krankenhaus durch das neue Parkhaus entspannt. Für Dauerparker allerdings ist es ebenfalls keine Option, da eine Bewirtschaftung geplant ist.