In Geilenkirchen kein Bedarf an zusätzlicher Betreuung in den Ferien

Aus Kita entlassen, aber noch nicht eingeschult : Bedarf an Kinderbetreuung in Ferien ist gering

Als einen „Schlag ins Gesicht der Eltern, die sich in dieser Betreuungsnotlage befunden haben“ bezeichnet Katja Wegner-Hens, Vorsitzende des Jugendamtselternbeirates, die Vorlage der Verwaltung zur Betreuungslücke beim Übergang von der Kita zur Schule.

Wie stellvertretender Jugendamtsleiter Hermann-Josef Lehnen in der Sitzungsvorlage darlegte, sei in der vorausgehenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses die Verwaltung gefragt worden, wie man in Geilenkirchen mit dem zwischenzeitlich gesetzlich festgeschriebenen Rechtsanspruch auf Betreuung in der Zeit zwischen dem Ende eines Kindergartenjahres und dem Beginn des Schulbetriebs nach den Sommerferien verfahren wolle. Damals schon habe die Verwaltung erklärt, dass in der Vergangenheit keine Bedarfe von Eltern geltend gemacht worden seien, die über die bereits bestehenden Betreuungsmöglichkeiten hinaus gehen. Die Verwaltung habe zugesichert, im Bedarfsfall ein entsprechendes Handlungskonzept vorzulegen.

In der Vorlage an den Ausschuss heißt es: „Zum jetzigen Zeitpunkt und nach Beginn des Schulbetriebes kann festgestellt werden, dass keine Nachfrage im Jugendamt nach entsprechenden kurzfristigen Betreuungsmöglichkeiten eingegangen ist und der Rechtsanspruch auf Betreuung für kein Kind geltend gemacht wurde.“ Lehnen geht davon aus, dass Eltern mit Betreuungsproblemen in der Übergangszeit Betreuungsmöglichkeiten in für ihre Kinder vertrauten Lebensbereichen organisieren.

Im nächsten Jahr verkürze sich der Übergangszeitraum vom Ende des Kindergartenjahres bis zum Schulbeginn, da die Sommerfreien bereits am 29. Juni beginnen. Lehnen: „Sollten bis dahin Rechtsansprüche auf Betreuung geltend gemacht werden, beabsichtigt die Verwaltung, ein entsprechendes  Betreuungsangebot in einer Kita anzubieten.“ Tom Klein (SPD) schlug vor, die Eltern über Aushänge in den Kindertagesstätten über die Sachlage zu informieren, da es sich um eine neue gesetzliche Regelung handele. Lehnen: „Wir werden ein Konzept erstellen und die Kitas ansprechen. Aber bisher war der Bedarf gering.“

Wer eine Tagespflegemutter oder einen Tagespflegevater sucht, wird sie auch weiterhin nicht im Kita-Navigator finden. Darüber informierte die Verwaltung im Jugendhilfeausschuss.  Aus den Reihen der Ausschussmitglieder, so Hermann Josef Lehnen, sei mehrfach nachgefragt worden, ob es möglich sei, die Tagespflegepersonen in den Kita-Navigator aufzunehmen und hierüber auch die Vermittlung über das Anmeldeverfahren vorzunehmen.

Die Verwaltung habe insbesondere mit Blick auf die individualisierten Betreuungszeiten in der Kindertagespflege Bedenken, die Tagespflegepersonen wie eine Kita als Einrichtung in den Kita-Navigator aufzunehmen.

Die Thematik sei im Netzwerktreffen der Tagespflegepersonen diskutiert worden. Die Diskussion hatte ergeben, dass, so Lehnen, „eine Vergabe der Betreuungsplätze in der Kindertagespflege über den Kita-Navigator nicht gewünscht sei, sondern vielmehr auf die Kindertagespflege als gleichrangiges Angebot der Betreuung im Kita-Navigator hingewiesen und eine Verlinkung auf die Seite der Stadt Geilenkirchen erfolgen solle“. Das sei von der Verwaltung so umgesetzt worden.

(st)