Geilenkirchen: Im Juni 1968: Neuer Wohnraum und ein Elefant

Geilenkirchen : Im Juni 1968: Neuer Wohnraum und ein Elefant

Einige Baustellen, neue Bürger und sogar ein Elefant bestimmten die Schlagzeilen der Geilenkirchener Volkszeitung im Juni 1968, also vor genau 50 Jahren. Wir haben einmal im Archiv nachgeschaut.

In der Stadt Geilenkirchen wurde im Juni 1968 mal wieder reichlich gebaut und modernisiert. Hatte man im Vormonat mit den konkreten Planungen für den neuen Stadtteil Bauchem begonnen, setzte man den Erneuerungsprozess nun ganz in der Nähe, nämlich in Niederheid, fort. Die 70 geplanten Wohnungen waren ausschließlich für die neuen Offiziere gedacht, die im Frühjahr 1969 nach Niederheid kommen sollten.

Im Juni 1968: Die Stadt Geilenkirchen schafft Wohnraum für neue Offiziere in Niederheid (links). Vor allem aber lassen die Gastarbeiter aus Griechenland, der Türke, Spanien und Jugoslawien die Bevölkerungszahlen im gesamten Selfkantkreis in die Höhe steigen (rechts). Foto: Oliver Schiffgens

Insgesamt sind im Verlauf dieses Bauprojekts 118 Wohneinheiten entstanden. Mit den Bauarbeiten wurde auch prompt begonnen, und die Situation wurde direkt genutzt, indem mit den vorhandenen Maschinen direkt umliegende Straßen ausgebaut und verbessert wurden.

Auch im Bereich der Innenstadt wurde mit der neuen Wurmbrücke am Camphausenweg der Übergang von Geilenkirchen nach Hünshoven erleichtert. Die Finanzlage sei aufgrund all dieser Bauprojekte zwar etwas schlechter geworden, aber man müsse auch sehen, dass eine Stadt durch diverse Erneuerungen auch massiv an Attraktivität gewinne, sagte damals ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Auch in Gangelt wurden Pläne für eine große Investition vorangetrieben. Der Verlauf der neuen Selfkantstraße wurde nochmals geändert, so dass rund sechs Millionen D-Mark gespart werden konnten. In derselben Gemeinderatssitzung wurde auch der Antrag von Birgden für eine Eingemeindung angenommen. In der Woche zuvor war schon Schierwaldenrath der Gemeinde beigetreten.

In Heinsberg wurde den Menschen im Juni 1968 vor allem kulturell einiges geboten: ein Zirkus besuchte die Stadt. Vor allem für Kinder war das Reiten auf echten Elefanten bestimmt ein unvergessliches Erlebnis. Das ist heute eher unüblich, aber vor allem für die Kinder sicherlich eine schöne Geschichte. Neben Elefanten konnten sich die zahlreichen Besucher auch an Kamelen, Wildpferden und vielen anderen Einlagen erfreuen.

Knapp 60 Millionen Bundesbürger gab es vor 50 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Die Zahl hatte sich in der vorausgegangenen Zeit nicht wirklich merklich gesteigert. Das wurde mit dem niedriger gewordenen Geburtenüberschuss und der verhältnismäßig hohen Zahl an Abwanderungen von Gastarbeitern begründet. Im Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg wuchs die Bevölkerungszahl innerhalb von sieben Jahren von circa 126.000 auf 135.000 Einwohner. 6000 von ihnen kamen aus dem Ausland. Rund 700, und damit die meisten, waren aus Griechenland. Auf Griechenland folgten rund 500 Italiener, 400 Türken, 300 Spanier und 300 aus dem ehemaligen Jugoslawien.

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