Geilenkirchen-Teveren: Im Hangar der weiß-blauen Gaudi gefrönt

Geilenkirchen-Teveren: Im Hangar der weiß-blauen Gaudi gefrönt

Schon während die 17 Musiker der „Wülfershäuser” ins „weiß-blaue Wies´n-Zelt” einmarschierten, war an der Schweinshaxen-Theke eine „lange Schlange” zu verzeichnen. Seit 14 Jahren sind die Bayern als „Musiklieferanten” fester Bestandteil des Oktoberfestes.

Natürlich wurden die Gäste auch diesmal mit dem Bayrischen Defiliermarsch begrüßt, schenkte das Münchener Oktoberfest der Awacs-Festivität doch seinen Namen.

Der georderte Partyservice hatte mal wieder die Aufgabe, den Hunger der an beiden Tagen insgesamt rund 4000 Gäste zu stillen. Das gelang mit typisch bayrischen Köstlichkeiten plus Pommes.

Hangar II der Nato Airbase hatte sich dekorativ zum 29. Oktoberfest in eine „bajuwarisch-urgemütliche” Hochburg der Weißwurst-Fans und Bierliebhaber verwandelt. Wie beim Münchner Original lief beim Geilenkirchener Pendant am Wochenende der beliebte Gerstensaft gleich maß- also halbliterweise die durstigen Kehlen herunter. 10 000 Liter des begehrten Getränkes liefert alljährlich eine Linnicher Brauerei extra für das Oktoberfest auf der Nato-Airbase.

Die Gaudi mit „Lederhosen-Charakter” liegt im Kreis Heinsberg neben dem Haarener und Übacher Oktoberfest besuchermäßig an der Spitze. Aus dem einst kleinen Festchen, das die Deutsche Unteroffizierkameradschaft (DUK) für den Nato-Verband ausrichtet, ist eine Großveranstaltung geworden, bei der sich das internationale Flair im Gefolge der Airbase in das lokale Gefüge der umliegenden Städte und Gemeinden einpasst.

Es war erstaunlich, wie viele Angehörige der befreundeten Nato-Staaten, allen voran die US-Amerikaner, sich den Versuchungen „altbayrischer” Tradition hingaben. Ein Jahr lang hat das Team der Deutschen Unteroffizier Kameradschaft (DUK) das Ereignis vorbereitet. Das Ausmaß dieser Veranstaltung lässt sich an der Anzahl von Helfern erkennen. Rund 100 Frauen und Männer, darunter Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) Übach-Palenberg, des Internationalen Karnevalsvereins (IKV) Teveren, des LC Phönix Geilenkirchen und des 1. FC Heinsberg-Lieck sorgten auch am Wochenende wieder für einen reibungslosen Ablauf.

Zu erkennen war das Personal in diesem Jahr an eigens für 2011 hergestellten orangefarbenen T-Shirts. Die Sicherheit wurde durch die Mitarbeiter der Militärpolizei, der Civil Guard und der Awacs-Feuerwehr gewährleistet.

Nach einer kurzen Begrüßungsansprache durch den stellvertretenden DUK-Vorsitzenden Andreas Paschen schnappte sich der Dienstälteste Deutsche Offizier, Oberst Werner Nemetschek im Beisein von Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler den riesigen Holzhammer und schlug damit das Bierfass an.

Da staunte Thomas Fiedler nicht schlecht, denn schon nach einem Schlag hatte der „Kölsche Jung” Werner Nemetschek die Sache mit bayrischer Präzision erledigt. Beim Bierzapfen wurde der Oberst tatkräftig von den Mannen der DUK unterstützt. „O´zapft is. Das wird heute Abend eine Super-Sause”, rief der Oberst den begeisterten Menschen im Hangar II zu. Nach dem offiziellen Akt stand dem Feiern bis in die frühen Morgenstunden nichts mehr im Wege. Die Spielregeln sind einfach: Ein paar Maß Bier zur Auflockerung und eine Schweinshaxn oder ein halber „Gockel” zur Befriedigung des Magens - und schnell kommt die Kommunikation in Gang. Schnell hatten sich auch die Angehörigen der anderen Nationen mit dem Oktoberfest-Treiben anfreunden können und hakten sich im „Schunkelrausch” beim Tischnachbarn ein.

Nebenbei sorgten die Wülfershäuser Musikanten auch noch für verschiedene Showeinlagen, für die sie teilweise die Tische und Stühle erklommen. Ein positiver Aspekt sollte besonders hervorgehoben werden: Der Erlös des Oktoberfestes von zumeist fünfstelliger Euro-Summe kommt immer sozialen Projekten zugute.