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Historischer Text erinnert an Flucht aus Immendorf

Vor genau 75 Jahren : Historischer Text erinnert an Flucht aus Immendorf

Genau vor 75 Jahren, am 25. September 1944, sind die letzten 17 Zivilisten aus Immendorf geflüchtet. Eine im Juni 1989 veröffentlichte Aufzeichnung in alt-deutscher Schrift berichtet zunächst von der Irrfahrt von Immendorf bis nach Hamm.

„Geflüchtet am Montag, den 29.9.1944. Mit dem Auto bis Baal. 7.15 Uhr mit dem Zug nach Erkelenz. Dort hatten wir drei Stunden Aufenthalt“, startet der Bericht, den Horst Tacken, ein ehemaliger Mitarbeiter der Zeitung, übersetzt hat. Abends um 20.30 Uhr erreichten die Zivilisten schließlich Hamm: „Im Braunschweig Bunker haben wir übernachtet. Es waren nur Holzbetten mit einem Strohsack.“

Am nächsten Morgen sollte es für die Flüchtlinge eigentlich nach Aalen weitergehen. „Weil dort alles überfüllt war, ging es mit uns nach Herford.“ Dort kam die Gruppe mittags an, doch auch dort war es überfüllt. „Die Nacht haben wir im Luftschutzraum gesessen bis morgen“, heißt es in dem Bericht weiter.

Um 3.40 Uhr sollte schließlich der Zug bis Halle an der Saale gehen: „Hitlerjungen brachten uns zum Bahnhof. Maria schickten sie zum Bahnsteig 3 und Bahnsteig 4 fuhr unser Zug. So kam es, dass wir Maria verloren hatten.“ Erst in Braunschweig habe die Gruppe dann das Fehlen von Maria bemerkt: „Käthe und Gertrud blieben in Halle und suchten Maria.“

Endstation der Gruppe: Schönwalde. „Von der Bahn bis zur Schule wurden wir mit einem Auto gefahren. Dann wurden wir verteilt. Pferdekarren fuhren uns nach Schönwald, wo wir unser Zimmer bekamen. Wir sind 17 Kilometer von der Bahn entfernt. Vier bis zehn Kilometer von den nächsten Dörfern. Hier ist eine trostlose, einsame Gegend“, mit diesen Worten schließt der Bericht.

(mcz)