Jugendhaus Franz von Sales: Hilfsangebot für Lesben, Schwule und Transsexuelle

Jugendhaus Franz von Sales : Hilfsangebot für Lesben, Schwule und Transsexuelle

Von Freunden, Mitschülern und Familienmitgliedern werden sie oftmals abgelehnt. Sie werden diskriminiert und häufig auch körperlich attackiert. Sie sind alleingelassen und isoliert. Die Folgen sind extrem hohe soziale und psychische Belastungen.

Aus diesem Grund möchte Wilfried Schulz, Leiter des Geilenkirchener Jugend- und Sozialamtes, das Jugendhaus Franz von Sales in dem Bemühen unterstützen, ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBT) einzuführen.

Mit diesem Vorhaben wird sich am Donnerstag der Jugendhilfeausschuss der Stadt Geilenkirchen in seiner Sitzung um 18 Uhr im Rathaus beschäftigen. Für die Umsetzung des Konzeptes nämlich hat das Jugendhaus einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro beantragt.

„Dieser Betrag erscheint angemessen vor dem Hintergrund eingeplanter Sachaufwendungen, Raummiete und allein 156 Arbeitsstunden einer sozialpädagogischen Fachkraft für die wöchentlichen Beratungsstunden“, wirbt Jugendamtsleiter Wilfried Schulz für das Projekt. In der Vorlage für den Ausschuss erklärt er: „Die Verwaltung befürwortet die Förderung. Das Beratungsangebot ist überaus wünschenswert, um einer hohen Zahl junger Menschen in einer schwierigen und gefährdeten Lebensphase wirksam und nachhaltig zu helfen.“ Schulz betont, dass es ein vergleichbares Angebot im Kreis Heinsberg nicht gibt.

Schulz berichtet in der Vorlage von der wissenschaftlich gestützten Annahme, dass 7,4 Prozent der Bevölkerung der LSBT-Gruppe angehören. Deshalb müsse man davon ausgehen, dass in Geilenkirchen 400 junge Menschen im Alter von zwölf bis 27 Jahren betroffen seien. Angesichts der Erfahrungen bereits bestehender Beratungsstellen sei davon auszugehen, dass 75 junge Menschen aus Geilenkirchen eine qualifizierte Beratung nutzen würden.

Das Jugendhaus Franz von Sales habe der Verwaltung ein in jeder Hinsicht überzeugendes Konzept zum Aufbau eines Beratungs- und Unterstützungsangebotes vorgestellt.

Peter Barwinski, Leiter des Jugendhauses Franz von Sales, wird dieses Konzept am Donnerstag in der Sitzung beschreiben. Das Konzept umfasst die Bereitstellung von umfangreichen Informationen für diese Zielgruppe im Internet, das Angebot einer Online-Beratung per E-Mail und ein persönliches Beratungsangebot an zwei Stunden in der Woche.

Die Jugendhilfe, so Schulz, habe sich mit der Problematik zu befassen, denn sie habe die Aufgabe, „die individuelle und soziale Entwicklung junger Menschen zu fördern und dazu beizutragen, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen“. Das Jugendhaus bemühe sich um Fördermittel aus dem Kinder- und Jugendförderplan NRW und bitte das Jugendamt, den Kostenanteil zu übernehmen, der nicht durch andere Fördermittel gedeckt werden könne.

(st)
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