Projekt Rucksack Schule : Hilfe für Eltern in fünf Sprachen

Projekt Rucksack Schule : Hilfe für Eltern in fünf Sprachen

An der Gemeinschaftsgrundschule Palenberg begleitet Yasmin Tahir Eltern mit geringen Deutschkenntnissen und unterstützt die zweisprachliche Entwicklung der Kinder.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales hat sie ihre Arbeit vorgestellt. Seit dem 1. Oktober 2018 bestehen im Rahmen des Projektes „Rucksack Schule“ Verträge zwischen der Stadt und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg, der GGS Palenberg und Jasmin Tahir über ihren Einsatz als ehrenamtliche Elternbegleiterin.

„Zu Hause sprechen die Kinder meist die Sprache ihrer Eltern, in der Schule dagegen lernen sie Deutsch. Oft können sie sich in beiden Sprachen nur gebrochen ausdrücken“, beschreibt Jasmin Tahir das Problem. In den wöchentlichen Treffen erklärt sie den Müttern die Hausaufgaben der Kinder in deren Muttersprache und übersetzt deutsche Wörter, die sie nicht verstehen.

Die ehrenamtliche Elternbegleiterin ist in Deutschland geboren, hat aber marokkanische Wurzeln. Für ihre Tätigkeit ist es sehr hilfreich, dass Jasmin Tahir fünf Sprachen spricht: Deutsch, Marokkanisch, Französisch, Arabisch, Türkisch und Englisch.

Briefe, Klassenfahrt, Sportverein

„Manchmal werden Elternbriefe nicht verstanden, oder die Familie braucht finanzielle Unterstützung für die Klassenfahrt – auch dabei helfe ich“, so Tahir. Weiterhin gehe es um die Themen Nachhilfe und Sportvereine: „Ich habe auch Eltern mit Schülern der dritten Klassen. Hier erkläre ich das System der weiterführenden Schulen.“

Das Projekt „Rucksack Schule“ wird im Kreis Heinsberg aktuell an fünf Grundschulen durchgeführt und ist eng verwandt mit dem Projekt „Rucksack Kita“, an dem 16 Kita-Gruppen beteiligt sind. Jasmin Tahir ist nicht erst seit Projektbeginn als Elternbegleiterin an der Grundschule tätig. Bereits seit drei Jahren gibt es das Angebot. „Vorher wurde es über Spenden finanziert.“

Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Heinsberg hatte sich im ersten Schritt für dieses Projekt speziell an Grundschulen mit Vorbereitungsklassen gerichtet. „Boscheln hatte sich dagegen entschieden, aber sollten noch andere Grundschulen der Gemeinde mit einem höheren Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund einen Bedarf sehen, können wir das Projekt sicher ausweiten“, so Wolfgang Klein vom Kommunalen Integrationszentrum. „Andere Grundschulen sind aufgerufen, einen Bedarf anzumelden“, ergänzt Ausschussvorsitzender Sascha Derichs (SPD).

(mcz)
Mehr von Aachener Nachrichten