Herzogenrath: lange Haftstrafen nach Überfällen auf Schnellrestaurants

Urteil gesprochen: Lange Haftstrafen nach Überfällen auf Schnellrestaurants

Am Aachener Landgericht sind zwei junge Männer, die Schnellrestaurants in Herzogenrath und Übach-Palenberg überfallen haben, zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Fabian S. aus Herzogenrath muss für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, Kai S. aus Geilenkirchen für fünf Jahre und einen Monat – dies entschied die sechste große Strafkammer unter Vorsitz von Dr. Matthias Quarch. Die Verurteilten sind 22 beziehungsweise 27 Jahre alt und waren bereits vorbestraft.

Die Anklage hatte das Duo – neben einigen Bagatelldelikten – für insgesamt drei Fälle gemeinschaftlicher besonders schwerer räuberischer Erpressung verantwortlich gemacht, die sich im Juni vergangenen Jahres innerhalb weniger Tage abgespielt haben. Beim ersten Fall wurde am 11. Juni auf dem Sportplatz in der Bardenberger Straße in Herzogenrath ein Motorrad geraubt. Der rechtmäßige Eigentümer wurde dabei mit einer Schreckschusspistole bedroht.

Das Motorrad kam dann bei einem Überfall auf das McDonalds-Restaurant in Herzogenrath (Roermonder Straße) zum Einsatz. Am 13. Juni, also nur zwei Tage nach dem Raub des Motorrads, fuhren Fabian S. und Kai S. dort am Drive-in-Schalter vor und bedrohten den Angestellten mit der Schreckschusspistole. Der gab jedoch kein Geld heraus, so dass die beiden Täter schließlich ohne Beute das Weite suchten. Zuvor feuerten sie die Schreckschusspistole ab, so dass der Angestellte ein Knalltrauma erlitt.

Erfolgreicher waren Fabian S. und Kai S. beim Überfall auf die Subway-Filiale in der Übach-Palenberger Friedrich-Ebert-Straße am folgenden Abend. Um kurz vor 22 Uhr betraten sie mit Sturmhauben maskiert und mit gezogener Waffe den Gastraum. Sie erbeuteten 800 Euro und flüchteten.

Bei allen drei Taten waren sie unerkannt geblieben, in den folgenden Tagen jedoch kam den Ermittlungsbehörden der Zufall zu Hilfe. Denn unvorsichtigerweise stellten die Täter das Tatfahrzeug gut sichtbar vor einem Haus in Herzogenrath ab – wo es durch den rechtmäßigen Eigentümer entdeckt wurde. Der informierte die Polizei, die das Fahrzeug observierte und so Fabian S. und Kai S. auf die Spur kam. Im Gerichtssaal legten beide nun umfassende Geständnisse ab.

Für besonders schwere Fälle räuberische Erpressung sieht das Strafgesetzbuch Haftstrafen von mindestens fünf Jahren vor, sofern dabei eine Waffe benutzt wird. Die einzige Möglichkeit, das Strafmaß zu mindern, liegt dann vor, wenn das Gericht die Fälle als minderschwer einstuft. Für die beiden Taten in Herzogenrath kam Richter Quarch in der Tat zu dieser Bewertung, nicht jedoch für den Überfall in Übach-Palenberg.

(jpm)
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