Geilenkirchen-Gillrath: Heimatforscher kennt die Geschichte über Burg Gillrath

Geilenkirchen-Gillrath: Heimatforscher kennt die Geschichte über Burg Gillrath

Geschichte hat den Gillrather Helmut „Rocky” Ronkartz (53) schon in der Schule interessiert. Doch dort „fand sie in Berlin und Köln statt”. Es war vor allem seine Großmutter Gertrud Ronkartz, geborene Schumacher (1896 - 1987) die in dem Enkel „das Interesse an der Ortsgeschichte geweckt” hat, erinnert sich der Versicherungsfachmann.

„Sie hat mir viel erzählt.” Und auch die Vergangenheitsbewältigung nach dem Ende des „Tausendjährigen Reiches” beschäftigte den Gillrather. Und so studierte der junge „Rocky” zunächst alle greifbaren Heimatkalender - abends heimlich im Büro des damaligen Leiters des Heimatmuseums Heinsberg, Leo Gillessen, er kannte den dortigen Hausmeister, der ließ ihn rein.

Die Großmutter, eine gelernte Näherin, die ein kleines Lebensmittel- und Kurzwarengeschäft betrieben hatte, berichtete ihrem Enkel auch, dass sie vor dem Ersten Weltkrieg auf einem Weiher neben einer Burgruine Schlittschuh gelaufen sei. Auch machten im Dorf Geschichten die Runde, dort habe sich ein Edelfräulein aus Gram über das schändliche Raubrittertum in ihrer Familie im Wassergraben ertränkt. Auch habe einer der Edlen dort einen Mord begangen, von einem „Blutacker” war die Rede.

Die Burg Gillrath, auch Emondtshof genannt und beiderreits des heutigen Schleifwegs gelegen, wurde „die große Leidenschaft” des jungen Heimatforschers Helmut Ronkartz. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg waren Relikte der Burg zu sehen, bis sie im Zuge der Bebauung verschwanden. Sichtbar blieben nur Vertiefungen des einstigen Wassergrabens der Anlage.

Dokumentiert ist, dass Ende des 15. Jahrhunderts Gerhard von Molenbach das Rittergut Breill bei Geilenkirchen und den Emondtshof bei Gillrath besaß. Er ging nach einem Erbstreit über an den den Schwiegersohn Thomas von Gronsfeld genannt Nevelstein.

Dessen Sohn Thomas baute dann das Gehöft zu einer größeren Burganlage aus. In einem Dokument, so Ronkartz, heißt es, er habe „diese Behausung und adlich See aus dem Grundt new erbauet, sonst nur ein gar schlechtes Haus gewesen seie”. Sein Nachfahre, der Junker Johann von Nevelstein, wird allerdings straffällig. In Düsseldorf, der Residenzstadt des Herzogtums Jülich-Kleve-Mark, ermordet er meuchlings jemanden.

Doch er findet gnädige Richter und wird 1610 „wegen eines verübten Niederschlags” nur zu einer Geldstrafe verurteilt, die allerdings seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten überstieg. Dies ist vermutlich der Grund für den allmählichen Verfall der Burg Gillrath. Hinzu kamen finanzielle Forderrungen aus der Verwandschaft.

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