Geilenkirchen: Handel mit Marihuana: Angeklagter legt Geständnis ab

Geilenkirchen: Handel mit Marihuana: Angeklagter legt Geständnis ab

Zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren ist ein 36-jähriger Angeklagter bei einer Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Helmut Bongartz verurteilt worden. „Er hat sich sechs Verbrechen des Handeltreibens mit Drogen in nicht geringer Menge schuldig gemacht”, erläuterte der Richter das Urteil.

„Entscheidend dafür, dass der 36-Jährige noch mit einer Bewährungsstrafe davon kommt, ist sein umfassendes Geständnis.” Denn erhebliche Mengen von Drogen seien in Umlauf gekommen. Das Urteil ist rechtskräftig, weil der Angeklagte wie auch seine Verteidigerin Sabine Appel und Staatsanwalt Bernd Schulz auf ihre Einspruchsmöglichkeit verzichteten.

„Seit März 2008 bis 19. März 2009 hat der Angeklagte in sechs Fällen Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge betrieben”, sagte Staatsanwalt Bernd Schulz. Dabei habe der Angeklagte zunächst in seinem eigenen Haus in Selfkant dreimal 100 Cannabispflanzen angebaut und jeweils 800 Gramm Marihuana geerntet, die er an einen Coffeeshop in den Niederlanden verkaufte.

Danach sei er gemeinsam mit einem schon verurteilten Täter, einem Arbeitskollegen, in einem Geilenkirchener Stadtteil aktiv geworden. Dort wurden im Keller des Hauses dreimal 50 und einmal 80 Pflanzen gehalten, wie berichtet, aus denen jeweils ein Kilogramm Marihuana geerntet worden seien. Am 19. März 2009 habe die Polizei in der Geilenkirchener Wohnung weitere 60 und 110 Cannabispflanzen sichergestellt.

Gewinn geteilt

Für den Angeklagten erläuterte seine Strafverteidigerin Sabine Appel, dass bis auf wenige Kleinigkeiten diese Anklageschrift so zutreffe. „So ist nicht jeweils ein Kilogramm aus den 50 und 80 Pflanzen geerntet worden. Das waren so um die 800 Gramm”, erklärte die Strafverteidigerin. Der Gewinn aus dem Verkauf sei nach Abzug der Kosten mit seinem Arbeitskollegen geteilt worden.

„Wollen Sie uns sagen, an welchen Coffeeshop Sie verkauft haben”, fragte der Richter. „Lieber nicht, dann hätte ich Angst um meine Familie”, so die Antwort. Nach dem umfassenden Geständnis des Angeklagten konnte auf die Vernehmung sämtlicher Zeugen verzichtet werden. „Der Angeklagte hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, dass er über ein Jahr lang Handel mit Betäubungsmitteln begangen hat”, erklärte Staatsanwalt Bernd Schulz zu Beginn seines Plädoyers. Es habe sich um Marihuana, also eine weiche Droge gehandelt. Aber es handele sich eben auch um ein Verbrechen: „Ich beantrage eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.”

Ähnlich sah es Strafverteidigerin Sabine Appel: „Mein Mandant leidet erheblich unter dem Verfahren, ich bin ziemlich sicher, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird.”

Mehr von Aachener Nachrichten