Berlin/Geilenkirchen: Guttenberg will deutschen Awacs-Einsatz prüfen

Berlin/Geilenkirchen: Guttenberg will deutschen Awacs-Einsatz prüfen

Nach den Irritationen über den Abzugsbeginn der Bundeswehr aus Afghanistan gibt es zwischen den zuständigen Ministern nun unterschiedliche Positionen über die deutschen Awacs-Einsätze.

Die Bundesregierung hatte gegenüber der Nato angekündigt, sich zunächst an der weiteren Überwachung des Luftraums mit den Awacs-Flugzeugen, die auf der Nato-Airbase in Teveren bei Geilenkirchen stationiert sind, nicht mehr zu beteiligen. Wie sein Sprecher am Freitag mitteilte, will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) aber diese Frage nach 90 Tagen einer erneuten Bewertung unterziehen.

Demgegenüber erklärte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP), die Frage einer eventuell erneuten deutschen Beteiligung stelle sich nicht. In dem vereinbarten Antragstext der Koalition für die Abstimmung am 28. Januar im Bundestag für die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes sei von den Awacs-Flügen keine Rede.

Westerwelle hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass das deutsche Kontingent Ende dieses Jahres verringert werden kann. Guttenberg will dagegen den Truppenabzug von der militärischen Lage abhängig machen. Auf die Frage, ob beide Ressortchefs darüber telefoniert hätten, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, davon sei ihm nichts bekannt.

Die Abkürzung AWACS steht für „Airborne Warning And Control System” (Luftgestütztes Warn- und Kontrollsystem). Mehr als ein Drittel der Besatzungen dieser in Geilenkirchen stationierten vierstrahligen Flugzeuge sind Deutsche.

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