Geilenkirchen: Grüne wollen Erlebnispfad durch Geilenkirchen

Geilenkirchen : Grüne wollen Erlebnispfad durch Geilenkirchen

„Wir werden keine Stadt wie Heinsberg oder Hückelhoven. Mit unseren Nachbarstädten sollten wir uns auch gar nicht vergleichen, sondern die eigenen Stärken entwickeln“, sagt Jürgen Benden, Partei- und Fraktionschef der Geilenkirchener Grünen. Die Grünen setzen auf Naherholung. Wohnmobilstellplatz, Trimm-Dich-Pfad, Gedächtnistraining und Adventure-Golf.

Benden ist davon überzeugt, dass Geilenkirchen auch künftig nicht mit bekannten Namen wie Media Markt oder H&M punkten kann. Deshalb fordert er: „Die Stadt muss bunt und naturnah werden, damit die Menschen nach Geilenkirchen kommen. Wir brauchen einen Imagewechsel.“ Benden und seine Mitstreiter setzen auf Naherholung. Sie wollen in Geilenkirchen „Wohlfühlfaktoren“ schaffen, damit die Stadt Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Region wird.

In einer naturnahen und nachhaltigen Stadtentwicklung sehen sie das Erfolgsrezept. Geilenkirchen habe, so Benden, Kindertagesstätten, alle weiterführenden Schulen, eine gute medizinische Versorgung und neue Wohngebiete. „Auch Naherholung ist ein sanfter Standortvorteil. Und die fehlt“, sagt der Grüne.

Das Konzept ist noch nicht ganz fertig, jeder ist herzlich eingeladen, daran mitzuarbeiten oder Ideen einzubringen. Eines aber steht fest: Im Mittelpunkt soll ein etwa zehn Kilometer langer Natur- und Kultur-Erlebnispfad stehen, der vorbei an Wasser und durch Wälder immer in Stadtnähe führt. „Unser Konzept ist noch nicht ausgereift, bis Anfang Mai soll aber das Grundkonzept stehen, das dann erweiterbar ist“, sagt Benden. Den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltungsspitze hat er sein Konzept in den vergangenen Tagen vorgestellt. „Wir haben viel Zustimmung erfahren. Deshalb wollen wir nun einen fraktionsübergreifenden Arbeitskreis bilden“, erklärt Benden.

Dass es ein Weg für Geilenkirchen sein könnte, sieht auch CDU-Fraktionschef Max Weiler so: „Ich fand die Präsentation sehr interessant, die Pläne sollte man weiter verfolgen. Ich werde das am Montag mit meiner Fraktion besprechen. Mit einigen Punkten, die präsentiert wurden, haben auch wir uns bereits beschäftigt.“

Naturpfad gemeinsam ausbauen

Auch SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann hat die Pläne positiv aufgenommen, muss allerdings die Thematik ebenfalls mit seiner Fraktion diskutieren. „Es ist eine vernünftige Sache, die gemeinsam ausgebaut werden muss. Ich würde auf diesem Weg vielleicht noch mehr Kunst einbringen. Auch unsere Sagenwelt könnte man auf diesem Weg den Menschen näher bringen“, sagt er.

Große Unterstützung erhielten die Geilenkirchener Grünen von dem Geilenkirchener Studenten Aaron Froesch, der an der RWTH Aachen im fünften Semester Georessourcenmanagement studiert. Er hat als Parteiloser den Erlebnispfad mit konzipiert: „Die Höhendifferenz auf dieser Strecke beträgt 192 Meter, die maximale Steigung 26 Prozent“, sagt Aaron Froesch. Der beschwerlichster Teil sind sicherlich die 101 Stufen, die zum Kreywäldchen führen. Streckenweise soll der Weg barrierefrei ausgebaut werden. „Für die ortskundigen Geilenkirchener bestehen viele Möglichkeiten, auf den Pfad zu stoßen oder ihn zu verlassen“, erläutert Froesch.

Warum aber sollte jemand diesen Pfad einem Spaziergang durch die Teverener Heide vorziehen? „Weil auf diesem Pfad jede Menge geboten wird“, sagt Benden, der derzeit noch gemeinsam mit Aaron Froesch, Sabine Philippen, Katja Wegner-Hens und Volker Bremkes an dem Konzept arbeitet. Nicht nur, dass die Schönheiten der Natur besser präsentiert werden, der alte Bahndamm wieder begehbar gemacht wird und auf Hinweistafeln die Pflanzen- und Tierwelt erklärt werden soll.

Auch an einen Trimm-Dich-Pfad und an einen mit Schlamm befüllten Barfußweg denken die Planer. Nicht auszuschließen wäre ein Brain-Walking-Pfad, auf dem jeder Läufer sein Gedächtnis trainieren kann. Im Idealfall soll eine Bambusbrücke den vor der Abzweigung nach Hommerschen durch die Herzog-Wilhelm-Straße unterbrochenen alten Bahndamm verbinden. Wer weiß noch, dass sich im Waldstück An der Friedensburg zwei alte Bunkeranlagen befinden? Die könnten nach den Vorstellungen der Grünen wieder für jedermann sichtbar gemacht werden.

Insektenhotels, Bienenvölker und Ameisenbeobachtungsstationen sollen Jung und Alt auf den Erlebnispfad bringen.

Mit solch einem Weg könnte man, so zeigen sich die Grünen optimistisch, auswärtige Gäste nach Geilenkirchen locken. Deshalb haben sie in ihre derzeitige Planung am Ende des Wurmauenparkplatzes einen Wohnmobilstellplatz eingeplant. Mit sechs bis acht Stellplätzen mit kleinen Strom-Wasser-Versorgungsstationen könnte nach Ansicht der Grünen gestartet werden. „Jeder Besucher, der mit dem Wohnmobil kommt, lässt etwa 45 bis 50 Euro pro Tag in einer Stadt“, sagt Benden, der auch gerne den Wurmauenpark aufgewertet wissen will: „Adventure-Golfanlagen boomen“, nennt er ein weiteres mögliches Zugpferd.

Mit einschließen in die Werbung für sein Tourismus-Konzept würde Benden gerne auch die Gästeführungen in Burg Trips und auf dem Loherhof.

„Das vorläufige Konzept wollen wir Hand in Hand mit den Fraktionen beraten und am 6. Mai auf dem Umwelttag der Grünen im Sportpark Loherhof präsentieren“, sagt Benden.