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95. Geburtstag: Große Geburtstagsfeier mit fünf Generationen

95. Geburtstag : Große Geburtstagsfeier mit fünf Generationen

„Durch viel Arbeit habe ich solch ein hohes Alter erreicht“, ist Agnes Kleinsteuber überzeugt. Ihre Enkelin Nicole (23) meint schelmisch, dies sei nicht der einzige Grund: „Wir piesacken sie immer, das hält sie jung!“ Am 11. September, darf die Jubilarin auf ihren 95. Geburtstag anstoßen.

Agnes Raabe, so ihr Mädchenname, wurde 1923 in Tanfelde, Kreis Stuhm, in Westpreußen geboren. Sie hatte fünf Geschwister, ihr Vater war Kutscher. Das damals übliche Pflichtjahr leistete sie in einem Haushalt im nahen Marienburg, wo sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr blieb.

Danach wurde Agnes sechs Monate zum Arbeitsdienst in der Landwirtschaft und zum Kriegshilfsdienst in Haushalten in Mecklenburg verpflichtet. Später musste sie Strom-Isolatoren sortieren. Zudem wurde sie acht Wochen lang als Schlosserin ausgebildet, um in Elbing auf der Schichau-Werft an der Ostsee kleine Schaufeln für U-Boote zu polieren.

Im Januar 1945 flüchtete Agnes mit ihrer Mutter — der Vater war 1944 gestorben — nach Lingen, wo sie neun Jahre in einem Haushalt tätig war. 1954 zog sie nach Marienberg, wo sie 1956 den Schneider Werner Kleinsteuber aus Thüringen heiratete. Ihre Liebe krönten die Kinder Joachim, der leider vor 13 Jahren starb, Monika, Elli, Werner und Ute, die heute in Holthausen, Palenberg und Marienberg leben.

Seit 60 Jahren lebt Agnes Kleinsteuber „In der Gehölde 11“, wo sich ihre Kinder liebevoll um sie kümmern. Ihr Mann starb 1995, und inzwischen sind ihre größte Freude neun Enkel- und sechs Urenkelkinder, vor allem aber die fünfmonatige Ururenkelin Amelie.

Früher handarbeitete die Jubilarin viel, heute ist sie, wie sie sagt, „immer unterwegs“: entweder zum Frauenkreis, zum Frühstücken in der evangelischen Kirche in Marienberg oder zum Bingospielen bei der Awo. Alle Strecken bewältigt sie zu Fuß. „Außer, wenn sie beim Bingo viel gewonnen hat — dann müssen wir sie abholen“, sagt Enkelin Nicole und lacht. Sie verrät: „Vor vier Jahren wollte Oma ein Tablet — seitdem ist das ihr liebstes Spielgerät!“

Die pfiffige 95-Jährige weiß: „Mit Geschicklichkeitsspielen trainiere ich meinen Kopf und meine Reflexe!“ Im Fernsehen guckt sie Krimis bis Mitternacht und kann danach „richtig gut schlafen“. Beim Essen freut sie sich immer über Forelle und genießt „ab und zu einen Frühstückskorn“.

Gefeiert wird groß im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis. Auch die Stadt hat ihren Besuch zu Ehren der Jubilarin angekündigt.