Geilenkirchen: Gewerbegebiet Niederheid kann ausgebaut werden

Geilenkirchen: Gewerbegebiet Niederheid kann ausgebaut werden

Südwestlich der Sittarder Straße sollen neue Flächen entstehen: Voraussichtlich rücken ab Herbst 2013 die Bagger an. Nach dem Willen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung kann das Gewerbegebiet Niederheid ausgebaut werden.

Das Fachgremium der Stadt Geilenkirchen verabschiedete die Änderung des Flächennutzungsplans für die Erweiterung der dortigen Gewerbeflächen und der erneuten Offenlage des Bebauungsplanentwurfs, und das einschließlich der Trägerbeteiligung.

Das Gewerbegebiet Niederheid soll südwestlich der Sittarder Straße — hinter dem Gartenbaubetrieb Stahl — ausgedehnt werden, um Unternehmen die Möglichkeit einzuräumen, ihre Unternehmen in der Stadt anzusiedeln. Eine Zufahrt wurde bereits beim Bau des neuen Kreisverkehrs berücksichtigt. Voraussichtlich im Herbst 2013 kann mit der Erschließung des Areals begonnen werden. „Im Frühjahr 2014 kann die Stadt dann hier Gewerbeflächen anbieten“, sagte dazu Erster Beigeordneter Hans Hausmann.

Auf Nachfrage von Maja Bintakys (Grüne), was mit den vorhandenen Radwegen geschehe, antwortete Alex Jansen vom Stadtentwicklungs- und Umweltamt, dass der Fahrradweg entlang der Sittarder Straße unverändert bestehen bleibe. Der oftmals auch von Fahrradfahrern genutzte Wirtschaftsweg durch die Felder aber müsse dem Gewerbegebiet weichen.

Rainer Jansen (Grüne) warf die Frage auf, wie es mit der Bodendenkmalpflege aussehe. Ihm sei bekannt, dass das Amt für Bodendenkmalpflege in dem Gebiet bereits archäologische Untersuchungen vornehmen ließ.

Nur Oberfläche erfasst

In einem Schreiben der Denkmalschutzbehörde würde darauf hingewiesen, dass in einem Teil der Fläche römische, aber auch spätmittelalterliche bis neuzeitliche Funde aufgelesen wurden. Besonders auffällig sei die hohe Anzahl vorgeschichtlicher Fundstücke, darunter neolithisch-metallzeitliche Silexartefakte sowie vorrömische Keramikfragmente und eine eisenzeitliche Perle, informierten die Experten weiter.

„Diese Oberflächenfunde sind eindeutig als Indiz für einen im Boden erhaltenen vorgeschichtlichen Siedlungsplatz zu werten“, kommt das Amt für Bodendenkmalpflege zu diesem Entschluss. Die große Anzahl der Funde lasse darauf schließen, dass bei Pflugtätigkeiten Teile eines im Boden erhaltenen archäologischen Befundes abgeschnitten worden seien. Es seien jedoch nur oberflächennahe archäologische Befunde erfasst, das eigentliche Denkmal bleibe im Boden erhalten.

„Es ist schon spannend, wenn man hört, dass Geilenkirchen schon hunderte Jahre vor Christus besiedelt war“, sagte Rainer Jansen. Die Stadtverwaltung sieht das so: „Die Bodenschätze werden erhalten bleiben, denn an dieser Stelle wird eine Obstwiese entstehen“, beruhigte Stadtentwickler Alex Jansen und machte dem Ausschuss und der Öffentlichkeit Hoffnung, dass dort eines Tages vielleicht archäologisch wertvolle Artefakte ans Tageslicht gefördert würden, die eine Überarbeitung der Stadtgeschichte erforderlich machen könnten.

(g.s.)