Gangelt: Geschäftsbericht: Baufirma Schlun profitiert von privater Investitionskraft

Gangelt: Geschäftsbericht: Baufirma Schlun profitiert von privater Investitionskraft

Der Wohnungsbau hat um fünf Prozent zugelegt. Aachen, Köln und Düsseldorf stehen an der Spitze dieser Entwicklung — und überall dort ist der Aktionsradius der Firma Schlun. Das war die eine Seite des Geschäftsberichtes, den Björn Schlun wieder bei der alljährlichen Betriebsfeier hervorheben konnte.

„Von diesem Markt profitieren wir.“ Es sei aber eben auch so, dass der öffentliche Hochbau um fast zwölf Prozent und der öffentliche Tiefbau um 2,5 Prozent abgenommen hätten. Beides sind wichtige Arbeitsfelder für die Schlun-Gruppe. Trotz dieser positiven Stimmung im Hochbau, getragen durch die überwiegend private Investitionskraft, ist die Situation insgesamt also durchaus kritisch. Effizienz sei ein Schlüssel zum Erfolg, und so werde der Dialog mit Polieren und Bauleitern in der Firma weiter gestärkt. Speziell im klassischen Kanalbau, der stark von Aufträgen der öffentlichen Hand abhängig sei, habe der Wettbewerbsdruck weiter zugenommen, und somit habe sich die Situation insgesamt verschärft. Dass man in Verbindung mit anderen Bauunternehmern im Kreis nicht beim Glasfaserausbau zum Zuge gekommen ist, wurmt immer noch. „Ihr könnt sicher sein, die Kapazitäten für dieses Projekt wären vorhanden gewesen“, rief er den Mitarbeitern zu.

Aber man arbeite nicht nur für Fremdkunden. An der Lütticher Straße in Aachen habe man mit einem Bunker eine nicht alltägliche Immobilie erworben, die gerade abgerissen wird. Hier entstehen 21 Wohnungen und ein Rewe-Markt. Björn Schlun ging auf weitere Baustellen in Aachen und Würselen, auf Haus Beatrix und auf das Jobcenter in Geilenkirchen ein und berichtete von den Arbeiten an den neuen Windrädern in Tripsrath, wo jedes Fundament aus 500 Kubikmetern Beton gegossen wird. Die Auftraggeber für die Krankenhausprojekte in Düsseldorf, Gangelt und Geilenkirchen sowie für die Kreissparkasse in Erkelenz seien Kunden, mit denen man schon seit Jahrzehnten zusammen arbeite.

Im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegt wird bei der Schlun-Umwelt. 80.000 Tonnen Schutt und Boden an der Aachener Kaiserplatzgalerie wurden schon im Betrieb Siersdorf entsorgt; 50.000 Tonnen sollen noch folgen. 105.000 Tonnen recycelter Bauschutt wurden an die Automobilteststrecke in Aldenhoven geliefert. Weitere große Projekte sind die Oper und das Stadtarchiv in Köln, die U-Bahn und die Start- und Landbahn auf dem Flughafen in Düsseldorf. Als „praktisch letzte Amtshandlung des Jahres 2012“ bezeichnete Schlun den Kauf des neuen Rammgerätes, das Flaggschiff der Geräteflotte. Beim Bau der Erdgaspipeline in der Nähe von Hamburg hat die Gruppe Spezialtiefbau in den vergangenen zweieinhalb Jahren 250.000 Quadratmeter Spundwände erfolgreich eingebracht.

„Mit solchen Mengen hatten wir bis dahin noch nichts zu tun!“ Jetzt hoffe man auf einen milden Herbst und Winter. „Die Monate von Januar bis März/April sind meistens durch schlechtes Wetter geprägt“, so Björn Schlun. „Dann kommt der Mai mit den ganzen Feiertagen, und erst im Juni können wir wieder Fahrt aufnehmen.“ Es gelte aufzuholen, dass witterungsbedingt rund 2000 Stunden weniger gearbeitet wurden als im vergangenen Jahr. „Jetzt aktuell befinden wir uns auf halber Strecke dieser entscheidenden Phase!“

Geehrt wurde für das 20-jährige Betriebsjubiläum Leo Mehlkop, für 25 Jahre Ingo Derichs, Erich Frantzen, Franz-Leo Jansen, Guido Lenz und Thomas Wassermann. Seit 40 Jahren halten Wilfried Backes, Johannes Gerards und Franz-Josef Kohnen Schlun die Treue.

Erfolgreiche Auszubildende waren Tim Garczarek, der dritter Kammersieger bei den Beton- und Stahlbetonbauern wurde, Alexander Knuppertz als Industriekaufmann und Dennis Schuivens als Straßenbauer. In den Ruhestand verabschiedeten sich Karl-Josef Alt und Willem van Beers.

(hama)
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