Wendung in Geilenkirchen: Gemeinsamer Antrag für den Klimaschutz

Wendung in Geilenkirchen : Gemeinsamer Antrag für den Klimaschutz

„Wir lassen nicht immer wieder grüne Säue durchs Dorf treiben, nur weil ein Thema gerade hip ist“, mit diesen Worten reagierte Wilfried Kleinen (GK bewegen und FDP) noch im jüngsten Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Geilenkirchen auf den Antrag der Grünen, in Geilenkirchen den Klimanotstand auszurufen und alle zukünftigen Entscheidungen von Rat und Verwaltung unter einem Klima-Vorbehalt zu treffen.

Auch Karl-Peter Conrads (CDU) warnte in der Sitzung davor, in Hysterie zu verfallen. „Wollen Sie Veranstaltungen wie das Pfingstfeuerwerk oder den Biermarkt, weil sie klimaschädlich sind, infrage stellen? Ihr Antrag ist ein Popanz.“

Gut zwei Wochen später wollen CDU, Bürgerliste, Für GK sowie GK bewegen und FDP nun einen gemeinsamen Antrag mit dem Titel „Berücksichtigung der negativen Auswirkungen des globalen Klimawandels bei Entscheidungen des Rates der Stadt Geilenkirchen“ auf die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung am 3. Juli setzen.

„Die globale Erderwärmung und der damit verbundene Klimawandel sind mittlerweile für jede Bürgerin und jeden Bürger erkennbar und nicht zu leugnen. Hiernach sind massive Auswirkungen auf das tägliche Leben zu erwarten“, begründen die Parteien in ihrem Antrag. „Auch die Politik, wenn sie denn verantwortungsvoll und zukunftsweisend ist, kann und darf sich diesem nicht verschließen.“

Gibt bereits Maßnahmen für Klima

Die Stadt Geilenkirchen habe bereits in der Vergangenheit durch viele Maßnahmen gezeigt, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sei. Als Beispiel nennen die Antragssteller  verabschiedete Klimaschutzkonzepte, die zeitweise Beschäftigung eines hauptamtlichen Klimaschutzbeauftragten, die energetische Sanierung der Beleuchtung und die energetische Sanierung der Anita Lichtenstein-Gesamtschule.

„Wir, die unterzeichnenden Fraktionen, verschließen nicht die Augen vor den durch den Klimawandel

hervorgerufenen Problemen und Auswirkungen auf unser aller Leben und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Hier gilt es besonnen, aber auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit zu agieren, um zukunftsorientierte und nachhaltige Politik zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger, als auch den Gewerbetreibenden, zu praktizieren“, heißt es in dem Antrag. Folgende Maßnahmen sollten ihrer Meinung nach daher zukünftig mit Vorrang zu berücksichtigen sein: Photovoltaikanlagen (wo immer es geht auf öffentlichen Gebäuden),  für Heizung und Warmwasser, wenn möglich Einbau Geothermie, bei öffentlichen Gebäuden Dachbegrünung und in der Verwaltung der verstärkte Einsatz von Pedelecs und E-Fahrzeugen.

Klimaschutz als hohe Priorität

Der Rat der Stadt Geilenkirchen solle   anerkennen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel eine Bedrohung darstelle, die, soweit es auf kommunaler Ebene möglich sei, abgewehrt werden müsse und „die Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und zukünftige Entscheidungen unter Abwägung klimarelevanter Faktoren getroffen werden“.

Die Worte „Klimanotstand“ kommen in dem Antrag zwar nicht vor, die Kernaussagen und Forderungen sind jedoch die gleichen, wie im jüngst abgelehnten Antrag der Grünen.

„Wir begrüßen die späte Einsicht“, erklärt der Grünen Stadtverordnete Rainer Jansen auf Nachfrage. „Es handelt sich ja im Prinzip auch um unseren Antrag.“ Die Partei würde sich besonders über die aufgeführten Punkte freuen, was Geilenkirchen bereits alles für den Klimaschutz macht: „80 Prozent davon gehen ebenfalls auf Grünen-Anträge zurück.“

Eigentlich wollten die Grünen Ende der Woche eine Unterschriftenaktion für die Ausrufung des Klimanotstandes in Geilenkirchen starten. „Doch davon werden wir nun absehen. Natürlich bekommt der Antrag unsere Unterstützung“, so Jansen weiter. „Dazu können wir einfach nicht Nein sagen.“

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