Mehr Qualität für Kitas: Geilenkirchenerin Katja Wegner-Hens in die Bundeselternvertretung gewählt

Mehr Qualität für Kitas : Geilenkirchenerin Katja Wegner-Hens in die Bundeselternvertretung gewählt

Katja Wegner-Hens ist Mutter von vier Kindern. Im Dezember erwartet die Geilenkirchenerin ihr fünftes Kind. Seit Dezember vergangenen Jahres hat sie nicht nur das Wohl ihrer Kinder im Auge, sondern vertritt seitdem als stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirates die Interessen von 685 000 Mädchen und Jungen, die eine Kindertagesstätte besuchen, und deren Eltern.

Am Sonntag wurde sie beim Bundesdelegiertentreffen in Kiel sogar einstimmig in den fünfköpfigen Bundesvorstand gewählt. Nun ist Katja Wegner-Hens ständig zwischen Geilenkirchen, Düsseldorf und Berlin ehrenamtlich unterwegs. Ihr oberstes Ziel lautet: Mehr Qualität für Kitas, Beitragsfreiheit für die Eltern.

Das machte sie am Wochenende auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Kiel deutlich, als der Landeselternbeirat NRW der Ministerin eine Petition mit 53 000 Unterschriften von Eltern aus ganz Deutschland überreichte, deren Kinder eine Kita besuchen. Sie alle fordern beitragsfreie Kita-Plätze. „Auch der Ministerin ist es ein Anliegen, Beitragsfreiheit einzuführen“, sagt Wegner-Hens nach Gesprächen mit Franziska Giffey.

Termine mit Abgeordneten und Sitzungen des Familienausschusses des Landtags in Düsseldorf füllen den Terminkalender der jungen Frau, die sich als „Bindeglied zwischen Eltern und Landtagsabgeordneten“ sieht. „Wir bringen die Anliegen der Eltern in den Landtag ein“, sagt sie. Von nun an wird sie in der neuen Funktion die Interessen der Eltern aus allen 16 Bundesländern vertreten, deren Kinder ein Kita besuchen. Seit mehr als zwölf Jahren engagiert sich Wegner-Hens in der Kita. „Anfangs war es nur tatkräftige Unterstützung bei Festen oder das Backen eines Kuchens“, blickt sie auf die Zeit zurück, in der ihr erstes Kind den AWO-Kindergarten Stadtmitte besuchte.

Beim zweiten Nachkömmling ließ sie sich für den Elternrat des städtischen Kindergartens Bauchem aufstellen. Und dann ging es auf der Karriereleiter schnell hinauf: Im Jahre 2013 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. „Dann wurde uns der Jugendamtselternbeirat vorgestellt. Das hat mich neugierig gemacht“, blickt sie zurück. 2013 wurde sie gleich zur Vorsitzenden des Geilenkirchener Jugendamtselternbeirates gewählt und vertritt damit die Interessen von fast 1000 Kindern, die eine der zwölf Kitas im Geilenkirchener Stadtgebiet besuchen. In dieser Funktion gehört sie seit 2014 als beratendes Mitglied dem Jugendhilfeausschuss an. Allerdings ohne Stimmrecht.

Jeder Jugendamtsbezirk im Land kann bis zu zwei Delegierte für den Landeselternbeirat vorschlagen. Geilenkirchen schickte Katja Wegner-Hens ins Rennen, ihre Bewerbung stieß auf positive Resonanz, und so wurde sie im Dezember 2017 als stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirates gewählt.

„In dieser Funktion bringe ich die Anliegen der Eltern in den Landtag ein“, sagt sie. Geht es im Landtag um Personalnotstand in den Kitas oder um die Frage, wie man Fachkräfte gewinnt, oder um eine dauerhafte Finanzierng von Kitas, ist ihre Meinung gefragt. Die äußert sie aber auch in Arbeitskreisen mit Verbänden, Gewerkschaften und Mitarbeitern des Familienministeriums.

Gute-Kita-Gesetz

Auch ist Katja Wegner-Hens, die Soziale Arbeit studiert, Mitglied des Landesjugendhilfeausschusses. Als Pressesprecherin ist sie das Sprachrohr des Landeselternbeirates, in diesem Jahr hat sie sich zudem die Schulung von Jugendamtselternbeiräten vorgenommen. „Das sind wichtige Gremien, die die Jugendhilfeausschüsse unterstützen.“

Dass Familienministerin Giffey mit ihrem „Gute-Kita-Gesetz“ Deutschlands Kindergärten besser machen will, hat Wegner-Hens erfreut zur Kenntnis genommen. „Die 5,5 Milliarden Euro, die in vier Jahren investiert werden, sind ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein Schritt in die richtige Richtung.“ Die Geilenkirchenerin will auch in den nächsten Jahren mit dafür sorgen, dass weitere Schritte folgen. Ein Fulltime-Job für die Geilenkirchenerin.

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