Wortgewandt und fundiert: Geilenkirchener Schülerin debattiert im Landtag

Wortgewandt und fundiert : Geilenkirchener Schülerin debattiert im Landtag

Beim Landesfinale von „Jugend debattiert“ treten am Mittwoch, 8. Mai, ab 13 Uhr die besten Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen im Düsseldorfer Landtag gegeneinander an.

Die Sieger qualifizieren sich für das Bundesfinale in Berlin, die Entscheidung trifft eine Jury unter Vorsitz des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Ulrich von Alemann. Mit dabei ist auch Hanna Vossen, sie besucht das Bischöfliche Gymnasium St.Ursula in Geilenkirchen. „Ich habe mich gut auf die Debatte vorbereitet“, so die 15-Jährige.

Auf dem Weg bis zum Landesfinale musste sie viele Hürden nehmen. Im Regionalwettbewerb hatte die Geilenkirchener Schülerin die Jury durch ihre engagierte und freundliche Art überzeugt, allerdings wurde ihre Recherche kritisiert. Am vergangenen Freitag qualifizierte sich die Neuntklässlerin schließlich für das Landesfinale.

Die Schüler der Klasse acht bis zehn werden dort nun zu der Fragestellung „Sollen in der Europäischen Union alle Schüler weiterführender Schulen für mindestens ein halbes Jahr in einem anderen EU-Staat zur Schule gehen?“ debattieren. „Ich muss für diesen Vorschlag argumentieren und zum Glück sprechen viele Argumente dafür, mehr als dagegen“, erzählt Hanna Vossen. Mit dem Thema der Debatte ist sie zufrieden, sie hatte schon schwerere: „Man muss schon viel überlegen und auch ein wenig um die Ecke denken, aber dann kann man viel dazu sagen.“

Ihre zweiminütige Eröffnungsrede hat sie auswendig gelernt und zum Üben ihren Eltern vorgetragen. „Wir dürfen keine Notizen mit in die Debatte nehmen“, erklärt die Schülerin diese Vorbereitung. Nach dem Start dürfen sich die Teilnehmer allerdings Notizen machen, um auf die Argumente der anderen Seite eingehen zu können.

„Ich bin schon ein wenig aufgeregt, gerade weil die Debatte vor Publikum stattfindet“, gesteht Hanna Vossen. Als Vorbereitung auf die Qualifikation zum Landesfinale hatte sie Ende März an einem dreitägigen Rhetorikseminar teilgenommen. Die Teilnahme hatte sie durch ihren Sieg im Regionalwettbewerb gewonnen. In dem Kurs hat sie auch an ihrem Auftreten gearbeitet. „Kurz danach habe ich in der Schule ein Referat gehalten, dabei habe ich mich direkt sicherer gefühlt“, erzählt die Schülerin.

Diskussionen zu aktuellen Ereignissen stehen bei Familie Vossen an der Tagesordnung. „Wir reden Zuhause oft über poltische Themen wie beispielsweise den Brexit“, sagt Hanna Vossen. Ihre Eltern würden sie dabei in die Diskussion einbeziehen. „Wie meine Chancen sind, ist schwer zu sagen“, so die Schülerin. Zwar kenne sie die meisten Teilnehmer bereits aus dem Rhetorikseminar, „aber die sind auch gut und es kommt auf die Debatte an.“

Kirsten Korte, Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung, wird die Schüler im Plenarsaal des Landtags begrüßen. Alle Diskussionen thematisieren die EU. So befassen sich die älteren Schüler mit der Fragestellung: „Sollen bei Wahlen zum NRW-Landtag die Parteien verpflichtet werden, auf den Landeslisten gleich viele Frauen und Männer als Kandidaten aufzustellen?“ Das Landesfinale live im Internet übertragen unter www.landtag.nrw.de. Es moderiert Max von Malotki.

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