Geilenkirchener Pfingstkirmes, Krammarkt und Schützenfest

Pfingstkirmes : Auch nach über 550 Jahren ein Publikumsmagnet

Am Wochenende war in Geilenkirchen mächtig was los: Auch nach mehr als 550 Jahren erwies sich die Pfingstkirmes als Publikumsmagnet. Der Krammarkt lockte in den Wurmauenpark, und die Schützen sorgten für einen prächtigen Umzug durch die City.

Die Besucher der Geilenkirchener Pfingstkirmes hatten die Wahl zwischen einer familientauglichen Schaukelfahrt mit 120 Grad-Drehung oder einer spektakulären Loopingfahrt mit 360 Grad. Seltsamerweise wählten die Besucher fast alle die 360 Grad-Tour hinauf in den Himmel und kopfüber wieder zurück zur Erde. The Beast heißt das Fahrgeschäft, das erstmalig auf der Pfingstkirmes in Geilenkirchen zu Gast ist.

Die Bestie zog viele Schaulustige, aber auch viele Wagemutige an. Alle, die die Tour gewagt hatten, hatten auf jeden Fall das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. Die Bestie packt den Fahrgast, schleudert ihn einmal durch die Luft und setzt ihn sanft wieder am Boden ab. Schließlich will die Bestie dem aus Norddeutschland angereisten Schausteller ja nicht das Geschäft kaputt machen.

Detlef Kerseboom, Marktmeister der Stadt Geilenkirchen, hatte diese Attraktion für die Pfingstkirmes an Land ziehen können. Dank guter Kontakte zu den Schaustellern, Inseraten in Fachzeitschriften, einigen Reisen zu anderen erfolgreichen Kirmesveranstaltungen und nicht zuletzt durch den guten Ruf, den die Geilenkirchener Pfingstkirmes bei den Schaustellern genießt, konnte Kerseboom auch in diesem  Jahr wieder ein attraktives Kirmesprogramm zusammenstellen.

Bürgermeister Georg Schmitz hatte bei der Kirmeseröffnung am Freitagabend darauf verwiesen, dass diese Kirmes eine lange Tradition hat, die 550 Jahre zurückreiche. Ganz so lange ist die Schaustellerfamilie von Hans-Bert Cremer zwar noch nicht auf der Geilenkirchener Pfingstkirmes zu Gast. Doch schon die Großeltern von Hans-Bert Cremer wussten die Geilenkirchener Kirmes zu schätzen. Cremer ist als Vorsitzender des Schaustellerverbands Düren bestens mit dem Metier vertraut. „Die Geilenkirchener Pfingstkirmes ist eine lebendige Veranstaltung mit großer Tradition“, stellt er fest.

Die Verbindung der Bevölkerung zu ihrer Kirmes sei nach wie vor zu spüren. Eine gute Kirmes müsse den Besuchern die richtige Mischung bieten. Die Mischung stimmte auch in diesem Jahr. Von den 55 anwesenden Schaustellern betreiben sechs Großfahrgeschäfte. Die gleiche Anzahl verdient ihr Geld mit Kinderfahrgeschäften.

Die Familie von Hans-Bert Cremer war mit drei Ständen angereist. Hans-Bert Cremer hatte ein schönes, nostalgisches Kinderkarussell aufgebaut, seine Eltern eine bunte Kinderbahn, und seine Schwester verkauft Süßwaren. Selbst das unverwüstliche Entenangeln hat nichts von seiner Attraktivität verloren.

Gleich an zwei Ständen können die jungen oder auch älteren Angler ihr Glück versuchen. Geschick und Augenmaß ist an der Schießbude gefragt. Rosen oder ein großer weißer Plüschtiger wollen erlegt werden. Neben dem Angebot auf dem eigentlichen Kirmesplatz lud im direkt benachbarten Wurmauenpark am Pfingstsonntag und -montag ein Krammarkt zum Stöbern ein. Die Gruppe Spielmannsfeuer sorgte für die die musikalische Begleitung beim Shoppen unter freiem Himmel.

Ihren Kirmesaufzug feierten am Pfingstsonntag die St.- Sebastianus- und Junggesellenschützenbruderschaften Geilenkirchen. Viele Bürger bejubelten das Königspaar Renate und Klaus Striebinger. Major Paul Gögel kommandierte auf dem Marktplatz die Parade. Am Festzug nahmen auch das Trommler- und Pfeifercorps Bauchem sowie die Schützenbruderschaften aus Teveren und Hünshoven teil. Am heutigen Dienstagabend wird zum Abschluss der Pfingstkirmes das traditionelle Feuerwerk der Schausteller abgebrannt.

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