Geilenkirchen: Geilenkirchener Jugendliche gründen Verein „Rollsport“

Geilenkirchen : Geilenkirchener Jugendliche gründen Verein „Rollsport“

Ein Skateboard zu fahren, ist in der Skateranlage im Wurmauenpark kein Muss. „Ich fahre seit sieben Jahren Scooter“, sagt der 20-jährige Tarek Doganay und zeigt auf einen stabil wirkenden Roller. „Mir hat das Cityrollerfahren damals immer Spaß gemacht. Irgendwann habe ich dann bei Youtube professionelle Fahrer gesehen und hab mir zu Weihnachten einen Scooter gewünscht.“ In die Skateranlage kommt er jetzt seit vielen Jahren, vorher auch mit einem BMX-Rad.

Dass nicht zwingend das Skateboard im Mittelpunkt stehen muss, greift auch der Name des neuen Vereins „Rollsport e. V.“ auf. „Die Vereinsidee ist mit dem Wunsch nach der Neugestaltung des Platzes einhergegangen“, erklärt Dragan Samardzic, der für die evangelische Kirche als Sozialpädagoge in der mobilen Jugendarbeit unterwegs ist. Er hilft den Jugendlichen zum einen bei der Vereinsgründung und unterstützt sie zum anderen dabei, den Rat von einer dringend notwendigen Renovierung der Skateanlage zu überzeugen (wir berichteten). „Ich hätte den Verein gerne Skateboardverein genannt, aber da bin ich von den anderen überstimmt worden“, erzählt Samardzic lachend. „Mit dem Namen Rollsport e.V. haben wir uns auf einen Überbegriff geeinigt, der alle Sportarten hier abdeckt“, sagt Doganay. „Der Verein soll die Subkultur nach außen populärer machen, wir wollen Mitglieder gewinnen und Kindern und Jugendlichen eine Anlaufstelle sein.“

Schon seit 20 Jahren in Betrieb: Die Anlage im Wurmauenpark ist mittlerweile marode und muss saniert werden. Foto: Anna Küsters

Jugendliche übernehmen Vorsitz

Mittlerweile gehören neben sechs Personen im Vorstand schon zehn Mitglieder dazu. „Ich übernehme für zwei Jahre den Vorsitz“, führt der Sozialpädagoge Samardzic aus. „Danach übergebe ich die Leitung an die Jugendlichen.“ Einer von ihnen ist Henri Dahmen. Der 22-Jährige fährt seit sieben Jahren BMX-Rad und hat auf der Skateranlage viele gute Freunde gefunden. Wegen der Offenheit der Anlage passiere es nicht selten, dass am Wochenende auch Kinder mit ihren Eltern vorbeispazieren und reinschnuppern wollen. Als Erstes bringt Dahmen den Kleineren dann den sogenannten Bunny bei. „Das ist ein kleiner Sprung mit dem Rad. Dabei müssen sie erst das Vorderrad hochziehen und dann mit den Füßen die Pedale und das Hinterrad nachziehen“, erklärt er. Auch an diesem Morgen trudelt die erste Interessierte ein: Die siebenjährige Luisa ist mit ihren Großeltern da, um ihr Können auf Inlinern zu verbessern. „Ich kann beim Fahren schon ein bisschen hochspringen“, verrät sie.

Gerade bei der Arbeit mit dem Nachwuchs soll der Verein in Zukunft helfen. „Der Verein wird uns helfen, organisierter und strukturierter arbeiten zu können“, sagt Leiter Samardzic. Anfängern und Fortgeschrittenen sollen Workshops angeboten werden. Zudem sind Turniere geplant.

„Wenn das Wetter mitmacht, dann ist die Skateranlage unser Vereinsheim“, erklärt er. Vorreiter seien zum Beispiel Aachen und Gladbach, wo es bereits gut organisierte Vereine gebe. „Das wollen wir auch den Jugendlichen in Geilenkirchen bieten.“

Ziel sei es auch, Kooperationen mit anderen Jugendeinrichtungen herzustellen. Dadurch werde der Verein noch mehr Menschen ansprechen. Zurzeit weicht der Scooterfahrer Doganay mit den Jüngeren öfter auch auf die Anlage in Hückelhoven aus, um besser üben zu können. „Es gibt zwei Nischen beim Scooterfahren. Street und Park. Ich fahre am liebsten Street Scooter“, sagt er. Dabei springt der Sportler Treppen herunter oder gleitet auf der im Park angebrachten Rail, einem hüfthohen Geländer.

Aufstehen und weitermachen

Und wenn er mal stürzt? „Aufstehen und weitermachen, anders geht’s nicht.“ Das habe er auch gemacht, als er sich in Prag beim Herunterspringen eines Treppenblocks die Schulter ausgekugelt habe. „Ich hab’s noch zwei Mal gemacht, dann hatte ich keine Angst mehr.“

Dem Motto folgt auch sein Freund und BMX-Fahrer Henri Dahmen. „Mich kosten neue Tricks manchmal Überwindung. Oder wenn ich von einer hohen Position starte“, sagt er.

Das gehe aber weg, sobald er die Übung ein paar Mal gemacht habe. „Wenn ich 40 bin, will ich auf jeden Fall auch noch BMX fahren“, nimmt er sich vor.