Geilenkirchener Band mit zweitem Album

Saitentanz : Eine Geilenkirchener Band hofft auf Erfolg

Wer an der Nikolaus-Becker-Straße in Geilenkirchen, Höhe Evangelische Kirche, einen leerstehenden Fischladen passiert und des Abends wahrnimmt, dass mittelalterliche Klänge in sein Ohr dringen, darf weiterhin seinen Sinnen trauen.

Denn in dem leerstehenden Ladenlokal probt die Folkband Saitentanz die Stücke ihres neuen Albums „Tavernenspiel“. In einer Geilenkirchener Taverne, beziehungsweise auf dem Platz davor in der Gerbergasse, ist Saitentanz zwar auch schon aufgetreten, doch „Tavernenspiel“ bezieht sich auf eine ganz spezielle Stimmung, die die fünf Musiker den Hörern ihrer neuen CD vermitteln wollen.

Jessica Hünten erklärt, wie es zu dem Albumtitel kam. Jessica hat bei Saitentanz auf der Tinwhistle begonnen und sich inzwischen die Geige erspielt. Sie erzählt von den Abenden auf den Mittelalterfesten, die die Band besuchte, - wenn die Besucher schon weg waren und die Schausteller unter sich in der Taverne saßen und musizierten.

Das Besondere dieser Abende unter Freunden möchte Saitentanz auch den Hörern ihres neuen Albums vermitteln. Ein Stück, das sicherlich auf die Hitsingle gepresst werden würde, wenn es solche noch gäbe, wäre das Lied „Zum schwarzen Schaf“. Es ist der Black Sheep Taverne gewidmet, „unserem zweiten Wohnzimmer“, sagt Dennis Hünten, Jessicas Mann.

Bei der Frage, welcher der elf Titel des neuen Albums denn auf die B-Seite käme, überlegen die fünf Saitentanz-Musiker auch nicht lange, die Wahl fällt einstimmig auf die Ballade „Dank Dir“. Die Ballade enthält die schöne Verszeile „Dank Dir, hab ich alles, …“ und ist ein zeitloses Liebeslied.

Zwar wird die Band Saitentanz überwiegend für Mittelaltermärkte gebucht, doch hat sich ihre Musik seit der Gründung 2011 hin zum Folk mit Popeinflüssen entwickelt. Neben Jessica an der Geige und Dennis Hünten an der Irish Bouzouki gehören Denise Bellgradt an der Gitarre und als Neuzugänge Bassist Marius Stärk und David Südholt, der die Kistentrommel Cajón spielt, zur Band.

Das erste Saitentanz-Album „Von Spielleuten, Narren und Halunken“ ist fast ausverkauft. 500 CDs hatte Saitentanz vor vier Jahren pressen lassen. Das nächste Album „Tavernenspiel“ soll die Karriere der jungen Musiker, die zu Proben aus Oberbruch, Übach-Palenberg und Aachen anreisen, ein gutes Stück nach vorne bringen.

Jessica Hünten berichtet von Zuhörern, die zwar nie Mittelaltermusik hören, aber dennoch sagen: „Eure Musik find ich gut.“ Es gibt also noch Potenzial für die Musik von Saitentanz über die Mittelalterszene hinaus.

Wer die Band hört, wird sich von ihrer Spielfreude anstecken lassen. Damit die Musikkonserve diese Spielfreude auch optimal vermittelt, strebt Saitentanz eine professionelle Tonstudioaufnahme in Aachen an. Die Band rechnet mit Kosten in Höhe von 5500 Euro. Um dieses Geld zusammen zu bekommen, haben die Musiker ein Crowdfunding auf der Plattform startnext.com gestartet. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 30. November und soll die Produktion des neuen Albums über den Verkauf von Fan-Paketen finanzieren. Der „Fan“ kann Pakete im Wert von fünf bis 1000 Euro erwerben. In der Regel gehört die neue CD zum Paketinhalt. Beim limitierten Fan-Paket Ultra erhält der Investor darüber hinaus unter anderem ein Wohnzimmerkonzert, einen Eintrag als „Wohltäter“ im Booklet, eine signierte Gitarre, ein Armbändchen und viele Goodies mehr.

Sollten die 5500 Euro nicht erreicht werden, besteht noch die Option, für 3000 Euro das Album selber zu produzieren. Das neue Album wird ausschließlich eigene Stücke der Bandmitglieder enthalten. Saitentanz erlebt mittlerweile einen wachsenden Bekanntheitsgrad. Die Musiker werden auf Mittelalterfesten, die sie privat besuchen, erkannt. Wäre also gar nicht auszudenken, wenn Saitentanz mal richtig groß rauskommen, und man hätte später mal eine CD im Schrank mit dem eigenen Namen im Booklet und dem Zusatz „Wohltäter von Saitentanz“. Das Fan-Paket Ultra ist übrigens auf eins limitiert.