Geilenkirchen: Teichzerstörung bleibt ohne juristische Folgen

Ärger im Tripser Wäldchen : Teichzerstörung bleibt ohne juristische Folgen

Vergangenes Frühjahr sorgte die Zerstörung eines Teiches im Baugebiet Tripser Wäldchen durch den Geilenkirchener Bauhof für größeren Ärger. Mittlerweile steht fest, dass die Angelegenheit keine juristischen Folgen haben wird. Die Frage, wie mit der unansehnlichen Grube umgegangen werden soll, ist indes noch offen.

Die Zerstörung eines Teichs im Wohngebiet Tripser Wäldchen wird keine juristische Folgen haben. Nachdem die Aachener Staatsanwaltschaft keinen Grund gesehen hat, in der Sache Ermittlungen aufzunehmen, hat die Generalstaatsanwaltschaft in Köln diese Entscheidung nun bestätigt.

Juristisch ist die Angelegenheit damit erledigt – die Diskussion darum, was mit den Überresten des Teichs geschieht, dürfte hingegen erst losgehen. „Es muss nun darum gehen, etwas Ansehnliches und Naturverträgliches für die Bürger im Tripser Wäldchen hinzubekommen“, sagte Jürgen Benden, Vorsitzender der Geilenkirchener Grünen, diese Woche zu unserer Zeitung.

Der Teich war im April vergangenes Jahr durch Mitarbeiter des Geilenkirchener Bauhofs im Rahmen von sogenannten Unterhaltungsmaßnahmen trockengelegt worden. Der Einsatz eines Baggers hatte sich als ungeeignet erwiesen, Wasserpflanzen zu entfernen – eine Kunststoffplane riss und das Wasser lief ab. Es handelte sich um ein Versehen, so jedenfalls stellte die Stadtverwaltung es anschließend dar.

Geilenkirchens Grüne allerdings wollten die Sache so nicht stehen lassen und nahmen im Rathaus Akteneinsicht. Dabei kamen auch E-Mails zum Vorschein, die ein Versehen eher unwahrscheinlich erscheinen lassen. So hatten sich Anwohner offenbar schon seit Jahren über das von dem Teich ausgehende Froschgequake im Rathaus beschwert, und das sogar schon zu Zeiten von Bürgermeister Thomas Fiedler.

Im April vergangenen Jahres schließlich wies ein leitender Mitarbeiter der Verwaltung den Bauhof schriftlich an: „Zur Vorbeugung der Froschlärmproblematik im Baugebiet Tripser Wäldchen bitte den Teich I von Bewuchs (Schilf usw.) ausräumen, u.a. mittels gemietetem Baggereinsatz, wegen der aktuellen Laichsaison kurzfristig in den nächsten Tagen.“ Auch unsere Zeitung konnte diese und weitere Mails damals einsehen.

Für die Grünen waren sie Grund genug, Anzeige gegen Markus Mönter zu erstatten, der damals als Technischer Beigeordneter in der Verantwortung stand und mit dessen Amtsführung Partei und Fraktion schon lange erhebliche Probleme gehabt hatten.

Die Aachener Staatsanwaltschaft leitete jedoch keine Ermittlungen ein, woraufhin die Grünen sich wiederum bei der Aufsichtsbehörde in Köln beschwerten.

Jedoch abermals erfolglos, wie nun endgültig feststeht. „Die zur Führung eines hinreichenden Tatverdachts notwendigen Erkenntnisse über etwaige Tier- und Pflanzenarten, die von der Entleerung des Teichs betroffen waren, lassen sich nicht mehr treffen“, führt die zuständige Oberstaatsanwältin aus. Die Frage, ob der Teich vorsätzlich zerstört wurde, sei damit nicht entscheidend. „Die Beschwerde weise ich daher als unbegründet zurück.“

Markus Mönter indes hat zum Jahreswechsel seine neue Stelle als Stadtbaurat in Dülmen angetreten. Die Anzeige der Grünen sei dafür kein Grund gewesen, hatte er vor seinem Abgang betont.

Es bleibt die Frage, wie nun mit den Überresten des Teichs verfahren wird. Die Grünen waren für ihre Anzeige im Sommer aus Reihen der anderen Fraktionen zwar deutlich kritisiert worden. Ihrem Antrag, im Rahmen einer Bürgerversammlung Entscheidungshilfe zu suchen, wurde jedoch zugestimmt – versehen mit dem Zusatz, dass erst das schwebende Verfahren beendet werden solle, was nunmehr geschehen ist.